Diesel, Benzin & Co.

Hohe Spritpreise sorgen für Unmut bei Firmen im MK

Spritpreise, Diesel, Halver
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Diesel für 1,46 Euro: Dieser Preis ist derzeit keine Seltenheit. Die Spritkosten steigen in die Höhe.

Die hohen Spritpreise, die Kunden derzeit an den Tankstellen zahlen müssen, haben auch Auswirkungen auf Unternehmen mit einem Fuhrpark. Bei einigen Geschäftsführern sorgt das für Unmut.

Halver – „Ich komm dann bald mit dem Fahrrad.“ Sätze wie diese fallen derzeit an Halveraner Tankstellen angesichts steigender Spritpreise. Extrem ist auch der Anstieg um mehr als 20 Cent bei 1,44 Euro (Stand von Donnerstag an der Star-Tankstelle in Halver) beim Diesel, auf das insbesondere Unternehmen mit Firmenfahrzeugen angewiesen sind. Und nicht nur Spritpreise sorgen da für Unmut, auch die Preise für Heizöl sind hoch.

Wie ist die Stimmung, während die Preise an den Zapfsäulen in die Höhe schnellen? „Vor drei Wochen fing der extrem starke Anstieg der Benzinpreise an. Nach der Bundestagswahl“, sagt Dirk Gehrmann, Stationsleiter der Star-Tankstelle an der Von-Vincke-Straße 78. Anfang des Jahres lag der Dieselpreis noch bei 99 Cent. Viele Kunden, sagt Dirk Gehrmann, seien sauer über diesen Preisanstieg. Der Preis für ein Liter Super liegt mittlerweile bei mehr als 1,60 Euro. Am Donnerstag lag der Preis für Super an der Total-Tankstelle in Halver zwischenzeitlich bei 1,68 Euro.

20 Mitarbeiter verbrauchen 1500 Liter Diesel im Monat

„Kunden mit mehreren Autos fragen sich, wie sie die zunehmenden Spritkosten noch bewältigen sollen“, erklärt der Tankstellen-Leiter. Zu den Halveraner Unternehmen mit vielen Fahrzeugen gehört Elektro Panne mit Sitz an der Kirchstraße 5. Die 15 Dieselfahrzeuge, mit denen Kunden nicht nur in Halver, sondern auch überregional besucht werden, sind täglich von morgens bis abends unterwegs. Die 20 Mitarbeiter verbrauchen im Monat rund 1500 Liter Diesel. Durch den gestiegenen Dieselpreis belaufen sich die Spritkosten auf mehr als 2200 Euro. „Wir müssen die höheren Kosten für Kraftstoff auf die Kunden umlegen“, erklärt Andreas Urban, seit 2013 Inhaber und Geschäftsführer von Elektro Panne. Höhere Anfahrtskosten machten dies unausweichlich, fügt er hinzu. „Solange die Grünen mit in der Regierung sind, wird der Preis für Diesel auch nicht mehr sinken“, meint Andreas Urban.

Nicht nur die Dieselpreise lassen die Kosten steigen, auch der Kupferpreis für die Kabelherstellung ist dramatisch in die Höhe gegangen. Lag der Preis vor der Coronakrise bei mehr als 200 Euro, so kosten 100 Kilogramm Kupfer momentan circa 900 Euro. „Die Verlierer bei solchen starken Preissteigerungen sind immer die Endverbraucher“, erklärt der Inhaber.

Bagger & Co. fressen viel Diesel und Öl

Sorgenfalten ins Gesicht treiben die extremen Kraftstoffpreise auch Marcel Pohl, Geschäftsführer von der Firma Dohrmann an der Boschstraße 4. Sehr viel Diesel und Öl fressen die 22 Hydraulik-Bagger, sechs Radlader und zwölf Lkw, die für Dohrmann jeden Tag im Einsatz sind. Rund 5000 Liter im Monat verbrauchen die Fahrzeuge und Maschinen. „Wir haben schon Kraftstoff sparende Geräte im Einsatz, aber in unserer Branche sind uns in diesem Bereich Grenzen gesetzt“, erklärt Marcel Pohl. Es gäbe zwar bereits Baugeräte mit Hybridmotor, diese seien allerdings wesentlich teurer.

Es ist also eine Branche, die bislang noch auf Diesel angewiesen ist. Und auf Öl für die Fahrzeuge. Der Öl-Preis auf dem Weltmark ist um 32 Prozent gestiegen. „Wir verbrauchen allein 200 Liter Öl im Monat für die Wartung der Hydraulik-Maschinen“, erklärt Marcel Pohl. Öl und Diesel sind deshalb unverzichtbar für die Firma. Zudem gibt es zurzeit Lieferengpässe bei den Reifen für die Fahrzeuge. „Wir haben Lkw-Reifen auf Vorrat gekauft“, sagt der Geschäftsführer.

„Die Kunden sind oft verärgert über die Spritpreise. Trotzdem nehmen es viele mit Humor, weil man es ja eh nicht ändern kann“, sagt eine Mitarbeiterin der Total-Tankstelle an der Frankfurter Straße 85. Und fügt hinzu: „Tanken muss man ja trotzdem.“ Auch wegen der Baustelle in Richtung Lüdenscheid-Brügge, sagt sie, habe man momentan nicht weniger Kunden als sonst. Die Umleitung über Oberbrügge führt direkt an der Total-Tankstelle an der Karlshöhe vorbei.

Auch in Lüdenscheid fallen die hohen Spritpreise auf.

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