Hoffen auf Neuauflage der Runde um Den Block in Halver

Dreitägiges Kulturspektakel in MK-Stadt

Markenzeichen des Events: der Engel.
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Markenzeichen des Events: der Engel.

Nach einem spektakulären Kunst- und Kulturwochenende in Halver ist eine Neuauflage durchaus vorstellbar. Wie viele Menschen die „Runde um den Block“ am Ende erreicht hat, wird sich letztlich nicht feststellen lassen. Trotz vieler Widrigkeiten zum Auftakt am Freitag war es am Samstag und Sonntag „einfach nur wundervoll. Ein reiner Genuss“, wie die städtische Kulturbeauftragte Inge Zensen im Rückblick sagt.

Halver - Nach einem spektakulären Kunst- und Kulturwochenende in Halver ist eine Neuauflage durchaus vorstellbar. Wie viele Menschen die „Runde um den Block“ am Ende erreicht hat, wird sich letztlich nicht feststellen lassen. Trotz vieler Widrigkeiten zum Auftakt am Freitag war es am Samstag und Sonntag „einfach nur wundervoll. Ein reiner Genuss“, wie die städtische Kulturbeauftragte Inge Zensen im Rückblick sagt.

Pyrotechnik, farbiges Licht und Alphornklänge machten die Einfahrt in den Tunnel zu einem spektakulären Erlebnis.

Sie selbst würde das Projekt auf jeden Fall wieder in Angriff nehmen. Und Bürgermeister Michael Brosch geht davon aus, nach der Manöverkritik zur Veranstaltung auch in den politischen Gremien eine Neuauflage vorzuschlagen. Er halte es für vorstellbar, eine solche Veranstaltung auch regelmäßig in Halver zu haben, überlegt Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und zuständig für Kultur, der von einem „kleinen Stadtfest“ spricht und von einer „Stadtbespielung“, wie sie in Halver noch nicht stattgefunden habe. Es einschlafen zu lassen, halte er für unwahrscheinlich: „Dafür war es zu erfolgreich und zu schön.“

Runde um den Block

Runde um den Block
Runde um den Block
Runde um den Block
Runde um den Block
Runde um den Block

Klar war im Vorfeld und wird es nach der endgültigen Rechnungslegung sein: Die „Runde um den Block“ hat Geld gekostet. Überschlägig rund 100 000 Euro dürften es am Ende sein. 59 500 Euro flossen allein aus städtischen Mitteln des Kulturetats in das Projekt. Die Sparkasse Lüdenscheid, ein privater Spender und das Crowdfunding-Projekt der Volksbank schlossen die Lücke. Nicht zuletzt war auch das Land NRW dabei, das aus dem Topf „Neustart Kultur“ einen Teil der förderfähigen Kosten refinanziert.

Ob die Zahl der verkauften Karten Rückschlüsse auf die tatsächliche Resonanz zulässt, ist fraglich. 635 Tickets wurden am Ende regulär abgegeben. Maximal 900 hätten es für das pandemietaugliche Ereignis in Kleingruppen am Ende sein dürfen. Kinder bis zu 14 Jahren waren vom Eintritt befreit und zahlreich in den Gruppen an den insgesamt 14 Stationen zu sehen. Und auch für Erwachsene waren die Tickets nicht teuer im Verhältnis zum Gebotenen. 12 Euro im Vorverkauf und 10 an der Abendkasse waren kein Hindernis. Eine Reihe von Teilnehmern spazierte am Wochenende auch ein zweites Mal um den Block.

Vorm Auftakt beinahe Absage

Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Runde am Freitagnachmittag noch kurz vor der Absage stand. Per E-Mail, über Facebook und die Online-Plattform come-on.de unserer Zeitung war kurzfristig über eine zeitliche Verschiebung nach hinten informiert worden. Angesichts des strömenden Regens noch um 19.20 Uhr hatten viele gebuchte Besucher auf den Stadtspaziergang verzichtet, der dann ab 20 statt um 18 Uhr möglich wurde – und von da an im Trockenen stattfand.

Sollte es zu einer Neuauflage kommen, werde an einer Reihe von Details sicherlich noch zu feilen sein, stellt Bürgermeister Brosch im Nachgang fest. Für viele Besucher sei sicherlich das Überraschungsmoment zu schwer zu kalkulieren gewesen. Genau dies ist zwar Bestandteil des künstlerischen Konzepts – sich darauf aber einzulassen, eben aber eine andere Frage. Auch ob die ausschließliche Buchbarkeit über das Internet die Ideallösung sei, bleibe offen, sagt Inge Zensen. Grund dafür war, die gewünschte Gruppengröße von 20 bis maximal 30 Teilnehmern im Vorfeld bestimmen zu können. Ganz funktioniert hatte das letztlich nicht. Aufgrund der Nachfrage und der Ausfälle vom Vortag marschierten die Guides am Samstag und Sonntag mit mehr als 30 Teilnehmern durch das Spektakel von Impro-Theater, Tanz, Lesung, Zauberei und Percussion-Performance. Doch am Ende, sagt Brosch, „hatten die Leute Glanz auf den Augen. Das hat sich in drei Tagen zur Marke verfestigt“.

Mehr als 100 Helfer

Wesentlichen Anteil am Erfolg des Kulturspektakels hatten dabei die Halveraner selber. Inge Zensen kommt auf mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger, die sich am Wochenende und im Vorfeld eingebracht hatten, um die „Runde um den Block“ möglich zu machen. Von „Draisinen-Schubsern“ über ehrenamtliche Köchinnen und allein 30 Guides, die die Gruppen über die Stationen lotsten, waren Bürger in das Geschehen eingebunden. Und auch Überraschung und Improvisation machten das Wochenende rund. Das Feuerwerk am Samstag und Sonntag hatte sich der künstlerische Leiter, Jörg Rost, „aus den Rippen geschnitten“, wie Inge Zensen sagt. Die Pyrotechniker aus der Draisinen-Unterführung unter der Frankfurter Straße setzten den Schlusspunkt zum Selbstkostenpreis.

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