Hochwasserschäden: Zwangspause für Lotto-Laden an der B54

Ihr Geschäft ist geschlossen: Peter Niklas und Angelika Noelle-Niklas kämpfen mit den Folgen des Hochwassers
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Ihr Geschäft ist geschlossen: Peter Niklas und Angelika Noelle-Niklas kämpfen mit den Folgen des Hochwassers

Oberbrügge ohne Lotto Noelle-Niklas? Undenkbar. Der Kiosk ist am Alten Bahnhof 1 seit 1985 ansässig und gehört zu Halvers größtem Ortsteil dazu – sowohl für Bürger als auch für Pendler. Doch nun müssen die Betreiber eine Zwangspause einlegen.

Oberbrügge – Beim Ehepaar Peter Niklas und Angelika Noelle-Niklas können die Menschen nicht nur ihren Lottoschein abgeben sowie Zeitungen, Tabakwaren, Schreibwaren und Süßigkeiten erwerben, sondern sich auch in der im Laden befindlichen kleinen Bäckerei mit Frühstück, Snacks sowie frischem Brot und Brötchen versorgen. Doch beim Betreiberehepaar kommt derzeit eine Katastrophe auf die andere.

Nach den Corona-Beschränkungen kamen die schweren Überschwemmungen, die Oberbrügge und somit auch den Kiosk an der B54 schwer trafen. „Wir beide befanden uns im ersten Stock, als das Hochwasser kam. Wir haben von oben gesehen, wie Menschen auf der Schaufel eines Baggers gerettet wurden“, erinnert sich Peter Niklas. Das erst fünf Monate alte Elektro-Auto der beiden konnte er gerade noch rechtzeitig an eine höher gelegene Stelle verfrachten und somit vor einem Wasserschaden bewahren. Als draußen bereits das Wasser wieder abgeflossen war – und unglaublich viel Müll am Kiosk hinterlassen hatte –, stand es im Gebäude weiterhin und floss ohne weitere Maßnahmen nicht ab. „Aber mit dem Abpumpen war es natürlich nicht getan“, erzählt Peter Niklas weiter. „Am Montag wurden insgesamt neun Trocknungsgeräte bei uns in Betrieb genommen.“ Davon arbeiten sieben überirdisch mit warmer Luft, zwei weitere pumpen Wasser aus dem Zwischenraum zwischen Bodenplatten sowie Isolierung und Betondecke, wofür Löcher zum Abpumpen in den Boden gebohrt werden mussten.

Trocknungsgeräte sind eine Gefahr für die Kunden

„Wir hatten dann am Dienstag zunächst noch geöffnet, aber die Schläuche der Trocknungsgeräte ziehen sich derzeit durch unser gesamtes Geschäft und stellen Fußangeln für alle Besucher dar. Von dem Lärm der Geräte ganz zu schweigen“, sagt Angelika Noelle-Niklas. Die Kundschaft des Geschäfts besteht mindestens zur Hälfte aus älteren Menschen, die oft selbst die großen, aufgestellten Schilder mit Hinweisen auf die am Boden liegenden Schläuche nicht bemerken und somit einer höheren Sturzgefahr ausgesetzt sind. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, unser Geschäft bis einschließlich nächste Woche Donnerstag geschlossen zu halten“, erklärt Angelika Noelle-Niklas.

Gestürzt ist am Montag auch Angelika Noelle-Niklas und hat sich – zusätzlich zu allen sonstigen Unannehmlichkeiten – einen Fuß gebrochen. Doch das Ehepaar gibt nicht auf. Am Freitag und Samstag, 27. und 28. August, hat der Laden dann jeweils von 6 bis 12 Uhr geöffnet. „Wir schauen, wie es läuft. Ob wir dann weiter geöffnet bleiben können, sehen wir dann.“

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