4000 Liter Heizöl drohen in die Volme zu gelangen

Land unter in Oberbrügge: Feuerwehr zehn Stunden im Einsatz

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Zehn Stunden waren 25 Feuerwehrleute in Oberbrügge im Einsatz: Die Volme sorgte für Hochwasser. Sechs Keller wurden geflutet, weil das Wasser am Wasserkraftwerk „Ohler Hammer“ vorbeifloss. Umgekippte Öltanks erschwerten den Einsatz und drohten, in die Volme zu gelangen.

Halver - Der Sturm Yulia traf am Sonntag auf den Märkischen Kreis und auch Halver blieb nicht verschont. In Oberbrügge sorgte Hochwasser für Überschwemmungen. Die Feuerwehr war am heutigen Montag zehn Stunden im Einsatz.

Eine böse Überraschung erlebten Montagmorgen Bewohner einer Häuserzeile in Oberbrügge. Dort waren insgesamt sechs Keller vollgelaufen und auch hinter den Häusern staute sich das Wasser. Passiert sein musste das ganze zwischen 3 und 6 Uhr morgens, denn mitten in der Nacht hatte der Inhaber einer ebenfalls in dem Gebiet ansässigen Firma noch nach dem Rechten gesehen, wie er sagt. Zum Frühstück dann das Malheur: Mehr als einen Meter hoch stand das Wasser im Keller. Auf dem Hof parkte ein Auto „knietief“ im Nass.

Die Halveraner Feuerwehr wurde um 6.48 Uhr zur Einsatzstelle nach Oberbrügge alarmiert. Die erste Meldung lautete: „Keller 1,20 Meter unter Wasser – Volmestraße Oberbrügge.“ Doch dass es nicht nur ein Keller war, der überflutet wurde, mussten die Feuerwehrleute beim Eintreffen an der Einsatzstelle recht schnell feststellen. Die Wehrleute der Löschzüge Oberbrügge-Ehringhausen und Stadtmitte hatten viel zu tun, da immer mehr Wassermassen aus einem nahe gelegenen Obergraben nachkamen.

4000 Liter Öl drohen in die Volme zu gelangen 

Obendrein drohte eine Ölverschmutzung: Gegen 11.30 Uhr waren sechs Keller überflutet. Darunter auch der Keller der Kunststoff verarbeitenden Firma Lüttringhaus, in dem vier Öltanks stehen. Auf den Wassermassen im Keller schwamm ein Ölfilm, der abzufließen drohte. Insgesamt 4000 Liter fassten die Tanks – wie viel ausfloss, ist unklar. In der nahen Volme wurden daher mehrere Ölsperren gesetzt. Im Einsatz war daher auch die Umweltbehörde des Märkischen Kreises.

Feuerwehr kämpft gegen das Wasser

Immer wieder hörte man das Martinshorn der Fahrzeuge des Löschzuges Stadtmitte in Halver. Um neue Einsätze handelte es sich dabei jedoch nicht, wie Michael Keil, Pressesprecher der Feuerwehr, mitteilte. Stattdessen hat die Feuerwehr neues Einsatzmaterial aus der Wache holen müssen. 

Aus der Erstmeldung „Keller überflutet“ wurde eine ganze Straße, in der sowohl Autos, als auch die Einsatzkräfte tief im Wasser standen. Mit Planken (rechtes Foto) lenkten die Wehrleute das Wasser um, das Keller flutete und ein kleines Wasserkraftwerk überforderte.

In diesem Fall Sandsäcke, um die Wassermassen in Oberbrügge aufzuhalten. Zudem wurden die Wassermassen mit Planken aufgehalten und umgeleitet. Weil die Planken jedoch nicht dicht genug waren, wurden bei der Genossenschaft Raiffeisen sogenannte Big Packs, die einen Kubikmeter Sand fassen, geordert.

Ölsperren und Planken werden angebracht

Beendet werden konnte der Einsatz, bei dem acht Feuerwehr- und drei THW-Fahrzeuge im Einsatz waren, erst am späten Nachmittag. Nur die Firma Lobbe musste noch das Öl-Wasser-Gemisch aus dem Keller absaugen. Damit waren auch die von Sturm Yulia ausgelösten Einsätze für die Feuerwehr am Montag beendet. Da die Niederschläge zunächst aufgehört hatten, geht die Feuerwehr optimistisch in die Woche. „Es kann nur weniger Wasser werden.“

Den halben Tag über waren auch die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt damit beschäftigt, Straßenabläufe und Fahrbahnen zu säubern, auf denen Äste und Dreck lagen.

Yulia weht fünf Bäume um

Bereits am Sonntag hatte der Sturm Yulia in Halver gewütet, aber zunächst noch für recht wenig Schaden gesorgt. Fünf Bäume knickten infolge des Windes um. Der erste Baum fiel Sonntagmorgen in Buschhausen, vier weitere fielen im Laufe des Tages bis in den Abend hinein in Oberbrügge, Schmidtsiepen und Ostendorf.

Übergelaufen war auch der Löhbach. Die Straße Auf den Kuhlen war ebenfalls aufgrund von Hochwasser von Sonntagabend bis Montagmorgen zwischen den Ortschaften Beisen und Löhbach gesperrt. Der Bachdurchlauf war verstopft, sodass die Straße komplett mit Wasser überflutet wurde. 

Keller werden abgepumpt.

Am Montagmorgen hat der Bauhof sich direkt um die Straße gekümmert, wie Klaus Ostermann, Leiter des Bauhofs, sagt. Das Wasser war zwar bereits abgelaufen, die Mitarbeiter des Bauhofs entfernten jedoch noch Dreck und Schotter.

Lesen Sie hier unseren Ticker zu Sturmtief "Yulia" und den Folgen des Starkregens im Märkischen Kreis.

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