Schutz gegen das Coronavirus

Wenn der HNO-Arzt keinen Abstand halten kann - Halveraner Arzt trifft intensive Vorkehrungen

Eine Mitarbeiterin der HNO-Praxis von Dr. Hans Huch-Sambraus aus Halver steht an der Rezeption, die mit Acrylglas ausgestattet ist.
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Fast wie ein Aquarium: In der Praxis von Hans Huch-Sambraus sollen die Patienten bestmöglich geschützt werden – nicht nur durch Acrylglaswände, sondern auch durch Luftfilteranlagen.

Man soll seine Kontakte beschränken. In manchen Berufen geht das schlichtweg nicht. Zum Beispiel in Arztpraxen. Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Hans Huch-Sambraus hatte sich bereits im März viele Gedanken zum Schutz seiner Mitarbeiter und Patienten gemacht. Und jetzt hat er sich für die Herbst- und Wintermonate noch besser gerüstet.

Halver - Eigentlich würde die Hals-Nasen-Ohren-Arztpraxis von Hans Huch-Sambraus diesen Monat ihr 20-jähriges Jubiläum feiern. „Wir werden das nachholen“, sagt der Mediziner und konzentriert sich derzeit dafür vor allem auf Schutzmaßnahmen für seine Mitarbeiter und Patienten.

„Die wenigsten machen das so intensiv wie wir“, vermutet der 63-Jährige. Was er im März für die Praxis arrangierte, war zunächst ausreichend. Statt nur Acrylglas-Scheiben aufzustellen, hat er seine Rezeption in eine Art Aquarium verwandelt, wie Huch-Sambraus sagt.

Mittlerweile wieder Normalbetrieb in der Praxis

Auch im Behandlungszimmer wird seit Ausbruch der Corona-Pandemie intensiv auf die Sicherheit geachtet. Werden die Ohren untersucht, behält der Patient seinen Mund-Nase-Schutz auf. Ansonsten muss er jedoch abgenommen werden. Ein hohes Risiko, die Arbeit im Rachenraum – das ist Huch-Sambraus klar. Wann immer es geht, nutzt er ein Kamerasystem, um Abstand zum Patienten halten zu können.

Dr. Hans Huch-Sambraus: Der HNO-Arzt kümmert sich intensiv um Vorkehrungen, die die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Dafür investierte in ein Entkeimungsgerät für seine Praxis, um Mitarbeiter und Patienten zu schützen.

Ansonsten hat er eine Protektorscheibe, die ihn und den Patienten voneinander abtrennen, aber eine Untersuchung ermöglicht. Rund sechs Wochen war der Betrieb Anfang des Jahres auf ein Minimum reduziert, aber mittlerweile läuft alles wieder normal, auch wenn es im Großen und Ganzen weniger Infekte gibt, sagt der HNO-Arzt. Das einzige, was der 63-Jährige nicht mehr selbst macht, ist operieren.

Damit das auch so bleiben kann, hat Hans Huch-Sambraus in drei Raumluft-Filteranlagen investiert. Genauer gesagt in Entkeimungsgeräte, die die Aerosole in der Raumluft auflösen und in alle darin enthaltenen Viren zerstört, wie der Hersteller verspricht. In Zahlen: knapp 5000 Euro. Die Vorkehrungen, die er das Jahr über nutzte, waren gut für den Sommer, reichen aber jetzt nicht mehr aus. Und immer zu lüften, sei nicht die optimale Lösung. „Es muss nur ein Patient dazwischen sein, der infiziert ist“, sagt Hans Huch-Sambraus.

Könnte auch ein Heizkörper sein – ist aber ein Entkeimungsgerät, das die Keime in der Luft zerstört.

Und dann haben es alle, die im selben Raum sind. Zudem befinden sich in Praxen meist ältere Menschen, die zu der Risikogruppe gehören. Nicht zuletzt auch er und seine Frau, die durch eine Lungenkrankheit vorbelastet ist. „Deshalb ist mir die Sicherheit ganz extrem wichtig.“ Ärzte haben in dieser Zeit eine besondere Verantwortung, sagt er mit Blick auf die rund 40 Patienten, die jeden Tag in Praxen ein und aus gingen.

Bestellt hat er das Entkeimungsgerät bereits vor einigen Monaten. Nun sind sie endlich gekommen, sagt er. Wer jetzt eines bestellen möchte, muss lange warten. Die Nachfrage ist groß. Umso mehr freut sich der HNO-Arzt, für seine Praxis frühzeitig reagiert zu haben.

Im Behandlungszimmer versucht Hans Huch-Sambraus so viel Abstand wie möglich zu halten. Wenn die Masken abgenommen werden müssen, nutzt er ein Kamerasystem für die Untersuchung und eine Schutzscheibe.

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