Hitzige Diskussion um Gewerbegebiet „Susannenhöhe„

Noch wird der Acker an der Susannenhöhe landwirtschaftlich genutzt – doch die Stadt plant dort ein neues Gewerbegebiet. Damit will sie den Ansprüchen der heimischen Wirtschaft gerecht werden sowie Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen sichern. ▪ Weber

HALVER ▪ In Oeckinghausen soll auf einem Acker unterhalb der Susannenhöhe ein neues Gewerbegebiet mit sieben Grundstücken entstehen. Die Stadt will damit den Bedarf heimischer Unternehmen decken. Doch sowohl direkt als auch indirekt Betroffene stehen diesem Vorhaben skeptisch gegenüber. Und so gab es im Rahmen der ersten Bürgerversammlung am Mittwochabend eine hitzige Diskussion im Rathaus.

Es ist voll im Sitzungssaal. Das neue Gewerbegebiet ruft viele auf den Plan. Anwohner, Politiker, Landwirte, Umweltexperten. Kämmerer Markus Tempelmann erzählt, dass es bereits drei konkrete Anfragen für die neuen Flächen gibt – von heimischen Unternehmen, die sich vergrößern müssten. Ein Vertrag könne sogar vielleicht noch in diesem Monat notariell fixiert werden. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir müssen etwas für Halver tun“, sagt er. Einige kritisieren, dass es sich bei den Interessenten um Halveraner handle, die dann ja kaum neue Arbeitsplätze schaffen würden, sondern diese nur verlagern. Aber Bürgermeister Bernd Eicker sagt, auch mit Blick auf die Gewerbesteuer: „Es geht darum, diese Plätze zu sichern. Wir müssen doch ein Abwandern der Firmen verhindern.“ Astrid Becker (SPD) kritisiert, dass die neu geschaffenen Ausgleichsflächen nicht der Qualität und dem Wert des Bodens in Oeckinghausen entsprächen. Sie warnt vor einer „bitterbösen Fehlentscheidung“. „Das kann man nicht aufwiegen und auch nicht schönreden.“ Stadtplaner Peter Kaczor entgegnet, dass es sich um eine „steinige, gruselige Fläche“ handle, die zudem „sehr lehmig“ sei. Der ansässige Landwirt Hermann Bühren widerspricht dem, schließlich bewirtschafte er die Flächen in der Region seit Jahren. Im weiteren Verlauf räumt die Verwaltung auf Nachfrage von Hans Allefeld ein, dass die Bodenwertzahlen des Industriegebiets und der Ausgleichsfläche nicht identisch seien. „Wir haben hier aber fast nur gute Qualität“, meint Kaczor. Und doch sei das geplante Gebiet aufgrund seiner Größe das einzige, das in Frage kommt.

Bezüglich der Größe gibt es ebenfalls erheblichen Diskussionsbedarf: Hartmut Wächter (SPD) hakt in Sachen Baugrenze Richtung Heesfeld nach – damit sei er nicht einverstanden. „Der Rat hat diese Grenze in seiner Weisheit 2007 eingeführt. Mit der Umsetzung bin ich nicht zufrieden. Das entspricht nicht den Abmachungen.“ Damals hatten UWG, SPD und Grüne einen gemeinsamen Antrag gestellt. Bürgermeister Eicker entgegnet dem, dass man sich bemüht habe, diese einzuhalten. Und Markus Tempelmann fügt hinzu, dass man einen attraktiven Quadratmeterpreis fokussieren müsse. Denn: Je weniger Fläche, desto teurer und unattraktiver werde es. Schließlich appellierte er an die Versammlung, die „Kirche im Dorf zu lassen“. Halver habe immerhin 300 mal so viel Fläche, wie sie nun zur Diskussion stünde. Wenn alles nach Plan läuft, könne der Bebauungsplan Mitte Juni stehen. ▪ Lisa Weber

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