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Kleinprojekt in Halver: Stelen machen auf historische Orte aufmerksam

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Von: Florian Hesse

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Historisches Halver auf Stelen
Blick auf die Nicolai-Kirche und auf das historische Bild, wo die Gebäude des Runden Ecks die Kirche noch verdecken. © Florian Hesse

„Was gibt es eigentlich über’s Runde Eck?“ Das wollte ein Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums wissen, dessen Klasse sich mit der Stadtgeschichte beschäftigte.

Halver - Diese Frage und eine Idee, die er selbst andernorts aufgegriffen hatte, waren Anlass für Peter Bell vom Heimatverein Halver, ein kleines Projekt ins Leben zu rufen, das demnächst im Stadtbild zu sehen sein wird. Um ein Kleinprojekt handelt es sich auch insofern, weil es mit Mitteln aus dem Förderprogramm Leader umgesetzt wird. Die praktische Umsetzung übernimmt der Baubetriebshof, wenn es darum geht, die Stelen zu setzen. Denn: „Historisches Halver auf Stelen“ heißt das Vorhaben, das prägende Stellen der Stadt Halver in den Blick nimmt.

13 Einblicke in die Stadtgeschichte

Auf abgewinkelte Edelstahlprofile gedruckt sind Fotos aus Bells Archiv, und wer sie an letztlich 13 Stellen der Stadt betrachtet und dann den Blick geradeaus richtet, sieht im direkten Vergleich, was heute dort steht und früher gestanden hat. Kurze Texte erläutern Geschichte und Zusammenhänge.

Konkretes Beispiel: der Hohenzollernpark. Bells Archivbild zeigt den Zugang zum Park in früherer Zeit. Von 1823 bis 1870 war er Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Halver. 1910 verkaufte die Gemeinde den Begräbnisplatz an die damalige Gemeinde Halver mit der Auflage, dass er niemals bebaut und nur als Park genutzt werden dürfe. Der Name Hohenzollernpark entsprang dabei der Absicht, dort ein Kaiserdenkmal zu errichten, wozu es aber nie kam.

Historisches Halver auf Stelen.
Das Bild aus dem Fundus zeigt die Bahnhofstraße noch frei von jeglicher Bebauung. © Archiv Peter Bell

Oder der Bahnhof: Das Bild aus dem Fundus zeigt die Bahnhofstraße noch frei von jeglicher Bebauung als bessere Brückenkonstruktion zwischen Frankfurter Straße und dem heutigen Kulturbahnhof. 1910 wurde der „Staatsbahnhof Halver“ für die Strecke Oberbrügge-Halver-Radevormwald-Wipperfürth feierlich eingeweiht. 1977 fuhr dort der letzte fahrplanmäßige Zug.

Die Stelen aus wetterfestem Edelstahl werden in der nächsten Zeit sicher vor Vandalismus eingebaut. 13 Punkte nimmt der Heimatverein damit in den Blick:

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80 Prozent Leader-Förderung

Möglich wird der praktische Geschichts- und Heimatunterricht durch das Leader-Programm, über das 80 Prozent der Kosten übernommen werden. Insgesamt geht es um 5000 Euro, das heißt, dass der Heimatverein Halver selbst 1000 Euro als Eigenanteil beisteuert. Leader, komplett ausgeschrieben heißt es „Liaison Entre Actions de Développement de l’ Économie Rurale“, wird aus EU-Mitteln getragen und auch vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst.

Die Städte und Gemeinden Oben an der Volme, Halver, Schalksmühle, Meinerzhagen, Kierspe und dazu Herscheid, haben sich entschlossen, sich auch für die nächste Förderrunde zu bewerben. Fast drei Millionen Euro sind bislang in der Region durch die Förderung bewegt worden, fast 50 „normale“ Projekte und ebenso viele Kleinprojekte, in aller Regel in privater Regie, wurden seit 2016 beschlossen, bewilligt beziehungsweise genehmigt.

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