Hilfe bei der Suche nach Betreuung für Kinder

Nicht alle Eltern können auf einen Kindergartenplatz für ihren jungen Nachwuchs setzen.

HALVER ▪ Die Suche nach einer geeigneten Betreuung des jungen Nachwuchses stellt Eltern teilweise vor eine fast unlösbare Aufgabe. Die Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige sind heiß begehrt, besonders für die Kleinsten im Alter von unter zwei Jahren auch in Halver rar gesät.

Mit einem neuem „Service-Punkt“ will die Arbeiterwohlfahrt in der Stadt im Grünen Hilfe anbieten. Anlaufstelle im Ort ist für die Eltern seit kurzem die Awo-Kindertagesstätte „Wundertüte“, wo Leiterin Doris Teske und Erzieherin Bettina Tomicki Ansprechpartnerinnen sind. Von hier aus wird dann an das frisch installierte Kindertagespflegebüro in Lüdenscheid verwiesen.

Die beiden Halveraner Erzieherinnen setzen darauf, dass das neue Angebot bei den Eltern aus Halver bekannt wird. „Wir haben hier eine Vermittlungfunktion“, erklärt Teske. In der Kita an der Weststraße findet das Erstgespräch mit den Müttern oder Vätern statt, die auf der Suche nach einer Betreuungsmöglichkeit für die Kleinen sind. Damit soll auch die Hemmschwelle gesenkt werden, überhaupt Kontakt zu einer offiziellen Stelle aufzunehmen. Die Kita-Leiterin weiß: „Die Eltern kommen eher zu uns, anstatt dass sie sich an das Büro in Lüdenscheid wenden.“

Und in der Kita „Wundertüte“ können schon einmal die ersten Rahmenfakten abgefragt werden. Ein Beispiel, das Teske hier anführt: Wenn eine Mutter an zwei Tagen die volle Stundenzahl arbeiten möchte und für ihr sechs Monate altes Kind eine Betreuungsmöglichkeit sucht, beginnt die Arbeit des Serviceangebots. So stelle sich zuerst die Frage, ob eine Rundumbetreuung in einer Kindertagesstätte sinnvoll ist. Teske sieht hier eher die Arbeit einer Tagesmutter oder eines Tagesvaters als angebracht an. Erstens: Diese sind flexibler in den Betreuungszeiten. Und als zweiten Punkt weiß die Kita-Leiterin auch, dass so ein Ganztagsplatz einem anderen Kind weggenommen würde. „Das ist die Grundlage für weitere Gespräche.“

Diese führt auch für Halveraner dann die zuständige Awo-Mitarbeiterin des Kindertagespflegebüros Märkischer Kreis, Susann Kürschner. Seit zwei Wochen offiziell im Einsatz habe sie schon viele Nachfragen zu Betreuungsmöglichkeiten erhalten. Die Sorgen der Eltern seien dabei stets die gleichen: „Die Mütter wollen oder müssen wieder berufstätig werden, meistens aus finanziellen Gründen.“ Doch für Kinder im Alter bis drei Jahren gäbe es nun einmal keinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Daher geht es dann um den Kern der Arbeit des Kinder-Tagespflegebüros: die Vermittlung von Tagesbetreuung.

Für Halver stehen 18 Tagesmütter auf der Liste von Susann Kürschner. Aktuell sucht die Awo-Mitarbeiterin diese auf und sucht das Gespräch. Denn: Die Ausbildung und Unterstützung von Tagesmüttern und -vätern ist der zweite große Teil der Arbeit. „Das Kreisjugendamt erwartet, dass die Qualifizierung abgeschlossen wird.“ Schließlich soll den Eltern auch eine gute Betreuung angeboten werden.

Doch nicht nur darauf achtet die Kindertagespflegebüro-Mitarbeiterin. „Es muss auch vom Bauchgefühl bei den Eltern stimmen.“ Denn nicht jede qualifizierte Kraft passt in jede Familie. Für Kürschner stets eine Herausforderung: „Es geht darum, Fingerspitzengefühl zu beweisen.“ Wichtig sei außerdem, dass die Betreuung nicht ständig wechsle, sondern die Tagesmutter möglichst solange in dem jeweiligen Haushalt eingesetzt wird, bis das betreute Kind in den Kindergarten kommt. Darüber hinaus könnte über die geleisteten Zeiten die Betreuungskraft noch aktiv bleiben. ▪ Marco Fraune

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