Suche nach Gesellschaftern

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Jeder Gesellschafter musste mit seiner Unterschrift dokumentieren, dass er teilgenommen hatte. ▪

HALVER ▪ Ein positives Fazit hat Dietrich Turck nach drei Jahren Herpine GmbH gezogen: „Mit tatkräftigen Helfern, freudigen Gesellschaftern und rund 200 000 Euro Gesamtkostenaufwand im Jahr lässt sich ein Freibad wie unseres betreiben“, erklärte der Geschäftsführer vor rund 50 Frauen und Männern, die am Dienstag zur Gesellschafterversammlung erschienen waren. Aber er kam auch zu dieser Erkenntnis: „Wenn das Wetter schlecht ist, dann kommt keiner. Wenn das Wetter gut ist, dann kommen alle.”

Dietrich Turck zeigte zunächst einen Film über die Herpine, den Peter Herzog produziert hat. Von der Entstehung bis heute zeigte er in eindrucksvollen und schönen Bildern, was das Waldfreibad den Halveranern seit fast 80 Jahren bedeutet. Danach präsentierte er den Anwesenden Zahlen: Das Jahr 2011 schließt mit einem Minus von rund 8108 Euro ab, die Bilanzsumme beträgt rund 123 814 Euro. Dabei schlagen die Personalkosten in Höhe von 89 571 Euro und die sonstigen Aufwendungen mit 88 183 Euro zu Buche. Für 2012 prognostizierte er ein Minus von rund 30 000 Euro. Der Grund dafür: die Sanierung der Fugen, die etwa 545 000 Euro gekostet hätten. „Das ist nicht schlimm und so geplant”, erklärte Dietrich Turck. Wichtig sei die Gesamtleistung, und die werde 2012 bei rund 198 000 Euro liegen. Vorsichtshalber fasste die Gesellschafterversammlung aber den Vorratsbeschluss, das Stammkapital der GmbH um 50 000 Euro zu erhöhen. „Ob das für 2013 sinnvoll ist, weiß ich nicht”, meinte der Geschäftsführer. Aber es sei einfacher, die Entscheidung jetzt zu treffen als im Nachhinein.

Um diese Einlage zu stützen, sucht die Herpine GmbH nun wieder neue Gesellschafter. Auch da ist Turck zuversichtlich: „Damals hatte ich so viele freudige Interessierte, die Gesellschafter werden wollten, dass ich gar nicht genug Anteile hatte””, sagte er mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Eine gute Einnahmequelle seien die Saisonkarten, berichtete Turck. So hätten die Betreiber 2012 insgesamt 549 Saisonkarten verkauft und damit 22 785 Euro eingenommen. Zum Vergleich: 2011 wurden 675 Saisonkarten verkauft, was 27 301 Euro in die Kasse brachte. Turck machte das schlechte Wetter für die Abnahme der Saisonkartenverkäufe verantwortlich. Einen Rekord gab es aber trotzdem in diesem schlechten Sommer, und zwar am 18. August: Sage und schreibe 3850 Gäste besuchten die Herpine – „das totale Chaos”, meinte Turck. Die Aufsichtskräfte waren überfordert und die Parkplatzkapazitäten ausgereizt. Um die Situation für die Zukunft zu entschärfen, vor allem in puncto Rettungsfahrzeuge, laufen derzeit Gespräche mit der Stadtverwaltung. Insgesamt zählten die Betreiber in dieser Saison 25 953 Badegäste. Im Vorjahr waren es 13 176.

Freuen kann sich die Herpine GmbH über den guten Zuspruch von Gästen aus den umliegenden Städten. „Die kommen gern zu uns, weil bei uns die Toiletten und die Duschen okay sind. Und weil in der Herpine so ein tolles stressfreies Klima herrscht”, berichtete Turck. Diese Aussagen der Besucher sprächen dafür, dass es mit der Herpine weitergehe und die Gesellschaft auf einem guten Weg sei, so der Geschäftsführer. Zu dieser Entwicklung habe auch die Errichtung des neuen Kinderbeckens beigetragen. Das hat zwar 200 000 Euro gekostet, aber: „Es war richtig, das Kinderbecken zu bauen, weil es der Knaller ist.”

Finanziert wurde der Bau zu 50 Prozent aus Fördergeldern des Landes, die anderen 50 Prozent wurden mit den Zuschüssen der Stadt verrechnet. Turck erklärte abschließend: „Wir wollen weiter in kleinen Schritten werben und das Freibad sanieren. Und wir werden alles dafür tun, das freundliche Klima in der Herpine zu erhalten.” So stünden in den kommenden Jahren folgende Investitionen an: eine neue Entwässerung, die Renovierung des Hauptgebäudes, ein Wetterschutz für die Terrasse und die Strömung für das große Becken.

Dietrich Turck bedankte sich bei allen Helfern und Unterstützen für ihr Engagement für die Herpine. Gesellschafter Stefan Beinborn meldete sich zu Wort und verdeutlichte, dass das jedoch alles nicht möglich sei ohne einen so engagierten Mann wie Dietrich Turck an der Spitze. Von Ilka Kremer

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