Parksituation bleibt angespannt

Herpine-Bilanz 2018: 76.000 Besucher in Halvers Waldfreibad

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Rainer Hutt mit Feldstecher. Bis zu vier Rettungsschwimmer passen auf, dass im Becken nichts passiert.

Halver - „Wir sind überrannt worden.“ Auf diese einfache Formel bringt Phillipp Hutt die Jubiläumssaison mit dem 85-jährigen Bestehen des Bades und dem zehnjährigen des Freundeskreises.

76.000 Besucher zählte das Bad, so viele wie noch nie in seiner Geschichte. Allein im Juli kamen 37 000 – etwa so viele wie im gesamten Jahr 2017, das auch kein so schlechtes war. 

„Es hat alles gepasst“, sagt Hutt, angefangen von der um fünf Tage vorgezogenen Öffnung und 10.000 Besuchern schon im Mai über die heißen und trockenen Monate bis hin zu den Sonderveranstaltungen. 

Rehkeule essen und Wildschwein grillen unter freiem Himmel – „die Leute kriegen hier ein Top-Angebot“, betont der Geschäftsführer der Herpine GmbH, gleichzeitig Schwimmmeister, Gärtner und auch mal Kassierer im Kiosk. 

Das Wichtigste aus seiner Sicht: Es gab keine ernsthaften Unfälle. Ein aufgeschürftes Knie ist in einem Freibad Tagesgeschäft. Da hat das Team ein Pflaster zur Hand, und die Sache ist geregelt. 

Doch der Besucherandrang hat eine Kehrseite, die viele Badegäste kaum bemerken. An den starken Tagen schieben insgesamt vier Rettungsschwimmer gleichzeitig Dienst, um sicherzugehen, dass wirklich nichts geschieht. 

Irgendwann geht nichts mehr. Bei 1000 bis 1500 Besuchern reicht die Parkplatzkapazität. Kommen aber 3000 Badegäste und mehr, reicht das Chaos bis zur Frankfurter Straße.

So ein Team, meist frische Abiturienten und junge Studenten, manche auch von außerhalb, hätten die Herpine angesichts der schön-stabilen Wetterlage fast täglich unterstützt. „Das ist nicht selbstverständlich. Und die haben das super gemacht.“ 

An anderer Stelle sei die Saison nicht unbedingt ein Zuckerschlecken gewesen. Der Kiosk-Pächter Rainer Junski habe in seinem ersten Jahr „das volle Programm gekriegt“, stellt Hutt bewundernd fest. 

Um Tausende Besucher satt zu bekommen, sei viel Schweiß geflossen, seien viele Stunden hart gearbeitet worden. „Die Essensbestellungen kommen nicht über den Tag verteilt. Die kommen im Halbminutentakt, und zwar über ein, zwei Stunden.“ 

Halver sonnt sich. Richtig rund ging es im Juli und im August. Und allein im Juli zählte die Herpine 37 000 Badegäste, so viel wie im gesamten Jahr zuvor.

Wenn es richtig voll wird, brennt die Luft aber auch an anderer Stelle. Vielleicht gelinge es im nächsten Jahr, ein bisschen an der Parkplatzsituation zu verbessern. 1000 bis 1500 Besucher – das geht an der Herpine gerade noch. „Aber es gibt Grenzen“, sagt Hutt. Der besucherstärkste Tag war in diesem Jahr der 7. August, brüllend heiß und in den Ferien. 3400 Leute waren schwimmen. Für einen solchen Andrang Parkplätze vorzuhalten, sei illusorisch. „Das kann kein Bad leisten.“ 

Was ihn stört beim Blick zurück, stört nicht nur ihn, sondern wohl alle Schwimmmeister landauf und landab. Es sind Badegäste, die mehr das Smartphone im Blick haben als die eigenen Kinder. Spreche man sie darauf an, reagierten sie schnell ungehalten. Fair sei das gegenüber dem Personal nicht, doch aufhalten ließe sich eine solche allgemeine Entwicklung offenbar kaum. 

Wie sich die Herpine für 2019 aufstellt, kann Hutt beim Herbstgespräch am Beckenrand noch nicht sagen. Die 76 000 Besucher könnten nicht als Referenzwert für die Zukunft dienen, das sei klar. Eine Rolle habe sicherlich auch die wasserlose Glör in diesem Jahr gespielt. Doch es werde sich baulich und technisch einiges tun in der Winterpause. Heizung, Pumpen, Kiosk – ein bisschen Baustelle ist die Herpine immer.

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