Zukunft in Halver?

Herksiepe: Junge Familie äußert sich zur Meinung der Anwohner

Zukunft in Halver? Jan und Sylwia Lemmert Luke wollen mit ihrem Sohn Luke gerne im neuen Baugebiet ein Haus bauen.
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Zukunft in Halver? Jan und Sylwia Lemmert wollen mit ihrem Sohn Luke gerne im neuen Baugebiet ein Haus bauen.

Ein Hin und Her um die neuen Baugebiete „Herksiepe“ und „Schillerstein“ geht an jungen Familien, die auf das Projekt hoffen, nicht spurlos vorbei. Mit einer Familie haben wir gesprochen. Sie fragen zurück: „Will Halver uns junge Menschen?“

Halver - Hinter den Bauvorhaben Herksiepe und Schillerstein der Stadt Halver stecken Menschen, die sehnlichst auf die Umsetzung warten. Die Entscheidung, die am Montagabend im Rat gefallen ist, entscheidet nicht nur über ein Stück Land, sondern auch über die Zukunft von meist jungen Familien.

Eine von vielen ist die dreiköpfige Familie Lemmert, bestehend aus Jan, Sylwia und ihrem einjährigen Sohn Luke. Viele Jahre sind sie bereits auf der Suche nach einem Haus, einer bestehenden Immobilie. Aber keine Chance. Entweder sind die Häuser sofort weg oder sie wurden erst gar nicht inseriert, und sind durch „Vitamin B“ verkauft worden. Baulücken haben sie schon mehrere angefragt, aber kein Eigentümer will verkaufen. „Es ist ziemlich frustrierend“, sagt Sylwia Lemmert. Sie und ihr Mann sind in Halver verwurzelt, wie sie selbst sagen. „Unser Leben ist in Halver.“ Sie wollen hier bleiben, und dass ihr Kind hier zur Schule geht und aufwächst.

Familie fühlt sich nicht ernst genommen

Zur Zeit leben sie in einer kleinen Wohnung, die recht nah am Zentrum liegt. Am Schmittenkamp bauen, ist keine Alternative. Sie wollen weiterhin nah am Stadtkern bleiben und auch nicht für jeden Weg das Auto nehmen müssen. Die Familie meldete sich bei uns auf die Berichterstattung über die Bürgerinitiative, die mittlerweile auch Informationsblätter an Laternenpfosten entlang der Falkenstraße und des Linger Wegs angebracht hat. Anwohner, die irgendwann Nachbarn sein könnten, wollen das Baugebiet verhindern. Halver soll grün bleiben, ist die Botschaft an erster Stelle. Wie soll Halver in zehn Jahren aussehen, ist die zentrale Frage, die die Anwohner allen Halveranern stellen.

Familie Lemmert glaubt nicht, dass alle Halveraner so denken. Nein, sie drehen die Perspektive um und lenken den Blick auf die Anwohner, die auch vor 30 Jahren einst auf einem Stück Land gebaut haben. Gebaut haben sie große Häuser auf großen Grundstücksflächen. Es ist nicht so, als sei der jungen Familie die Natur kein Anliegen. Aber es geht auch um Kompromisse, sagt Jan Lemmert. Und vor allem um Lösungen. Lösungen dafür, den Bedarf an Wohnraum zu decken. Sie kennen viele junge Familien und Paare, die schon jahrelang ein Eigenheim suchen – wie sie.

Kein Haus steht zum Kauf, keine Baulücke wird abgegeben

Für die Lemmerts ist ein Neubau Plan B – sollte das nicht möglich sein, werden sie ihren Kreis der Suche vergrößern müssen, obwohl sie das nicht wollen. Dass das Baugebiet verhindert werden soll, macht sie traurig, sagen sie. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen“, sagt die 34-Jährige. Wollten sie sich doch eine Zukunft in Halver aufbauen. „Ein Haus mit Garten, einfach ein Platz zum Leben.“ Aber sie werden ausgebremst, sagen sie.

Sie fragen zurück: Wie soll Halver in zehn Jahren aussehen? Wer soll hier leben? Wer soll die Stadt beleben? „Möchte Halver uns junge Menschen?“, fragen sie. Momentan fühlt es sich nicht danach an. Noch mehr Jahre wollen sie nicht warten. Ein zweites Kind wäre schön, aber das gibt die Wohnung nicht her. „Wo sollen wir denn hin?“ Auch auf die Familienplanung hat das alles bereits einen Einfluss. An die Politik appelliert das Ehepaar ebenfalls. Die Lücken, die immer angemerkt werden, sollten auch zugänglich gemacht werden. Dass selbst das am Ende nicht reicht, sollte allen bewusst sein.

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