Herksiepe: Anwohner wollen kein Neubaugebiet

Neubaugebiet Herksiepe Halver
+
Hier soll ein Neubaugebiet entstehen.

Es soll ein neues Baugebiet entstehen. Das plant die Stadt am Ende des Linger Wegs bis zur Ortschaft Mesenhohl: Herksiepe und Schillerstein. Anwohner sind damit nicht einverstanden.

Halver – Im Ausschuss für Planung und Umwelt vergangene Woche gab es dazu eine längere Diskussion, die mit fünf Ja-Stimmen von CDU, UWG und FDP, sechs Enthaltungen von SPD und Grünen sowie einer Nein-Stimme der Grünen endete. Eine Kehrtwende, nachdem im Januar einstimmig bei einer Enthaltung und einer Nein-Stimme (Grüne) begonnen wurde.

Würden die Anwohner abstimmen können, gebe es weitaus mehr Nein-Stimmen. Mittlerweile organisieren sie sich und wollen auf das Vorhaben der Stadt bewusst aufmerksam machen. Marc Tegtmeyer wohnt in Mesenhohl und steht hinter der neuen Internetseite www.unser-halver.de. Hinter ihm stehen aber noch einige Anwohner mehr, die sich zu einer Initiative zusammengetan haben.

Sie alle stellen die Frage: „Wie soll Halver in zehn Jahren aussehen?“ Die Sorgen der Anwohner, die bereits in den Siedlungen Unterschriften sammeln, sind vier, die Tegtmeyer im Gespräch mit uns hervorhebt:

  • Sorge um die Natur: Halver hat den Slogan „Die Stadt im Grünen“. An der Stelle der Planung würden Wiesen und Felder für Häuser weichen, die vielen Tieren Lebensraum und Futter bieten.
  • Der Paragraf 13b BauGB kann nach Meinung der Anwohner nicht angewendet werden.
  • Das „Tafelsilber“ der Stadt wird verkauft. So bezeichnen die Anwohner die Grundstücke, die Halver besitzt und nur aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen will. „Hier wird Geld auf Kosten der Natur erwirtschaftet“, sagt Marc Tegtmeyer.
  • Straßensituation: Mehr Häuser bedeuten auch mehr Autos. Noch mehr Verkehr würde die ohnehin schwierige Situation, wenn Anwohner auf die Bundesstraße wollen, noch verschärfen.

Das beschleunigte Verfahren, das die Stadt mit dem Paragrafen anwendet, sehen die Anwohner insoweit kritisch, als dass damit Bürger und auch Umweltprüfungen übergangen werden. Dass man auch in Halver Wohnraum braucht, sei allen klar. Aber dieser sollte nachhaltig sein, ohne Eingriffe in die Natur vorzunehmen. Lücken sollten gefüllt werden, alte Häuser renoviert und nicht nur neu gebaut werden.

Anwohner wollen „Stadt im Grünen“ behalten.

So groß kann die Not an Wohnraum nicht sein, meinen die Anwohner, dass man dafür im Eilverfahren in das Landschaftsschutzgebiet eingreift. Der Initiative geht es nicht nur um die Anwohner, sondern um alle Halveraner, die sich beteiligen können. Denn, wer in Halver lebt oder geboren wurde, will die „Stadt im Grünen“ behalten, sagt Tegtmeyer. Im Rat am Montag hoffen die Anwohner auf eine dementsprechende Entscheidung der Politiker. Nur wenige Personen entscheiden dort für viele, sagt Tegtmeyer. Das sollte dann auch in ihrem Sinne sein und nicht über ihren Köpfen hinweg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare