Pflegen, streicheln, füttern

Auch, wenn immer wieder Tiere auf den Wunschzetteln auftauchen, von spontanen Tiergeschenken, rät Jana Schmidt ab. Foto: Bernd

HALVER - „Die Tiere müssen ja auch über Weihnachten versorgt werden“, sagt Jana Schmidt, Vorsitzende des Tierschutzvereins Halver-Schalksmühle. „Unsere Dienste gehen auch an den Feiertagen ganz normal weiter.“ Zwei Mal am Tag sind die Freiwilligen in der Station am Langenscheid für ihre tierischen Schützlinge im Einsatz.

Kaninchenställe und Katzenklos werden gereinigt und bei Bedarf Medikamente gegeben. „Und natürlich gibt es auch Kuscheleinheiten und zu Weihnachten auch das ein oder andere Leckerli für die Tiere“, erläutert Jana Schmidt. Jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden sind für einen „Dienst“ vorgesehen. An Werktagen beginnen die Freiwilligen schon mal um 5 Uhr morgens mit ihrem Einsatz, denn die Ehrenamtler haben alle noch einen Hauptberuf. „Ich muss ab halb acht arbeiten“, sagt die Leiterin der Auffangstation. „Wenn ich zwei Stunden für die Tiere einplane, muss ich um 5 Uhr beginnen.“ Hinzu kommen die Notfall-Einsätze für gefundene Tiere. Für welche die Tierschützer jederzeit ausrücken.

Das nahende Weihnachtsfest mache sich bisher ausschließlich positiv für den Tierschutzverein bemerkbar. Die Halveraner geben wesentlich mehr Sachspenden in den Sammelboxen oder direkt an der Station ab. So hätte erst in den vergangenen Tagen ein anonymer Spender 24 Dosen mit Katzenfutter vor die Tür gestellt. „Das ist einfach schön, dass die Menschen auch an die Tiere denken. Und es erleichtert unsere Arbeit sehr“, so Schmidt.

Nicht zu bemerken sei hingegen eine verstärkte Nachfrage nach Tieren als Weihnachtsgeschenk. „Viele Kurzentschlossene gehen oft einfach unüberlegt in eine Zoohandlung, um noch schnell ein niedliches Geschenk zu kaufen“, sagt Jana Schmidt. „Wir geben aber nicht wahllos Tiere ab. Wenn wir merken, dass das Tier ein Weihnachtsgeschenk werden soll, sagen wir auch schon mal ,nein’.“ Einen grundsätzlichen Abgabestopp gebe es aber nicht. „Sollten wir in Gesprächen feststellen, dass die Entscheidung wohl überlegt ist und die gesamte Familie beteiligt ist, stimmen wir auch zu.“ Von spontanen Tierkäufen rät die Leiterin eindringlich ab. „Viele Menschen machen sich einfach keine Gedanken, dass Tiere viele Jahre Teil der Familie bleiben.“ Diese Unüberlegtheit mache sich vor allem im Frühjahr bemerkbar, wenn erste Tierarztrechnungen oder der anstehende Urlaub zur Abgabe oder sogar zur Aussetzung des Tieres führten.

Sollten Kinder doch einmal ihren Eltern mit Tierwünschen in den Ohren liegen, schlägt Schmidt zunächst eine Tierpatenschaft vor. So könnten die Kinder sich in der Auffangstation um Tiere kümmern und so beweisen, dass sie es mit ihrem Wunsch ernst meinen und auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Zur Zeit zählt der Tierschutzverein etwa 15 aktive Mitglieder, die sich nicht nur um die direkte Tierpflege kümmern, sondern sich jeder nach seinen Fähigkeiten einbringen, etwa als Techniker oder Handwerker. „Bei uns ist wirklich jeder willkommen zu helfen“, lädt die Vorsitzende ein. „Und wir haben auch für jedes Alter etwas zu tun: Egal ob Senioren oder Kinder, wir könnten sogar beim Streicheln der Tiere Hilfe gebrauchen, oft bleibt uns bei stressigen Diensten nicht immer die nötige Zeit dafür.“ Interessierte, die helfen möchten oder darüber nachdenken, Tiere aufzunehmen, können sich unter www.tierschutzhalver.de informieren und mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen.

Von Sebastian Berndt

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