Olympiareiterin trainiert Halveraner

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Olympiareiterin Helen Lanenhanenberg trainierte unter anderem Kathrin Kraning und ihre Stute Ruby.

Halver -  Auf feinste Hilfe reagiert Ruby auf ihre Reiterin Kathrin Kraning. Es sieht völlig mühelos aus, wie die braune Stute durch die Reithalle an der Karlshöhe tanzt. Und dennoch ist Trainerin Helen Langehanenberg noch nicht zufrieden. Denn die Stute ist ihr noch nicht entspannt genug. Die sogenannte Losgelassenheit fehlt.

Langehanenberg ist nicht irgendeine Trainerin, sondern eine wahre Meisterin ihres Fachs. Und gehört zu den prominentesten Deutschen Dressurreiterinnen. Mit dem Hengst Damon Hill gewann sie zahlreiche Turniere und führte sogar einige Zeit die Weltrangliste an. Mit dem imposanten Fuchs gipfelte ihre Karriere neben dem Weltcup- und Mannschaftseuropameisterschafts-Sieg in einer olympischen Medaille (Silber) sowie Mannschaftsgold auf den Weltreiterspielen.

„Für uns ist es natürlich etwas ganz Besonderes so jemanden hier in Halver zu haben“, sagte sich Kraning, die den Lehrgang organisiert hat. Für die Springreiter hatte es an der Karlshöhe in der Vergangenheit schon öfter Kurse mit prominenten Reitern gegeben. Nun sollten auch die Dressurreiter bedacht werden. „Ich habe Helen Langehanenberg im vergangenen Jahr einfach eine E-Mail geschickt und sie gefragt. Sie hat ja gesagt und jetzt ist sie hier“, freute sich Kraning. Zwei Mal eine halbe Stunde trainierte die Expertin aus Billerbeck die zwölf Reiter. Für den Kurs waren Dressurreiter aus ganz Westfalen und sogar Niedersachsen angereist.

„Mein Ziel ist es, den Pferden zu erklären, ihren Körper so einzusetzen, dass ihnen jede Lektion leicht fällt. Dabei fördern wir die natürlichen Gangarten und Talente, ohne sie zu überfordern“, heißt es in Langehanenbergs Philosophie. Die Pferde sollten von einem jungen Alter an durchgängig schonend aufgebaut werden, so entstehe eine fundierte Ausbildung, die das motivierte Erlernen neuer Aufgaben zulasse.

„Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht immer die Losgelassenheit. Die Pferde sollen entspannt und locker sein. Nur so kann man mit ihnen richtig arbeiten und sie fördern“, erklärt die 33-Jährige. Und so stehen für Kathrin Kraning und Ruby weniger Lektionen auf dem Programm als verschiedene lockernde und konzentrationsfördernde Aufgaben. Denn die Stute neigt, wie ihre Reiterin sagt, „ein wenig zur Hysterie“. „Ich versuche Kathrin verschiedene Übungen an die Hand zu geben, mit denen sie die Stute ruhig und konzentriert bekommt. Ruby ist manchmal ein wenig übereifrig, dabei kann sie eigentlich fast alles“, erklärt Langehanenberg.

Bevor sie mit dem Unterricht beginnt, beobachtet die Trainerin die Reiter genau. Wie gehen sie mit dem Pferd um, wo läuft die Kommunikation nicht richtig, wo sind körperliche Schwächen und woran wollen die Reiter arbeiten? Erst wenn all diese Fragen beantwortet sind, geht es los. Von der Art und Weise, wie Langehanenberg trainiert, können auch die Zuschauer profitieren, die im Reiterstübchen Platz genommen haben. Reiter und andere Trainer beobachteten das Treiben in der Halle genau. „Ich nehme für meine Unterrichtserteilung schon einiges mit. Ich habe einige neue Ansätze kennengelernt“, erklärte Kraning.

Der Lehrgang mit dem Dressurstar war ein voller Erfolg. Mit strahlenden Gesichtern und glücklichen Pferden endet das Wochenende. Eine Neuauflage im kommenden Jahr ist bereits jetzt in Planung.

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