Ausstellung: Halvers Kinos nicht vergessen

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Halver - „Sissi“, „Der Kurier des Zaren“, „Schwarzwaldmädel“: In den 1950er-Jahren gab es in der Volmestadt Halver drei Kinos, und zwar „Unter den Linden“ an der Marktstraße, „Regina“ im Bächterhof und die „Lichtspiele Karlshöhe“.

Der Heimatverein Halver möchte in einer Ausstellung im Regionalmuseum, die vom 15. März bis 25. Mai dieses Jahres laufen soll, an diese Kinos erinnern. Dafür sucht der Verein noch Fotos von diesen „Lichtspielhäusern“. Peter Bell, Tel. 01 70/5 47 57 55, freut sich über jedes Foto.

Der Halveraner Autor Werner Sinnwell hat vor einiger Zeit für den Allgemeinen Anzeiger einen Blick zurück geworfen in diese Zeit der Lichtspieltheater, als in Halver das Jahrzehnt des Kinos stattfand: 

Start an der Karlshöhe 

„1945 wurde aus dem bis dahin einzigen Halveraner Kino im Saal der Karlshöhe zunächst ein amerikanisches Lazarett, aus dem angrenzen- den Lokal, der „Veranda“, ein Offizierskasino. Doch schon einige Wochen nach Kriegsende flimmerten wieder Filme über die Leinwand im Saal der Karlshöhe. 

Zu Beginn der 50er-Jahre ratterte dann auch bei August Vormann in der Gaststätte „Unter den Linden“ an der Marktstraße der Vorführapparat. Im Obergeschoss der Gaststätte war ein provisorischer Filmsaal hergerichtet worden. Schließlich entstand 1951 im „Haus zur Fuhr“ am Bächterhof ein neues Kino, finanziert von einem Hagener Süßwarengroßhändler. 

Die „Union-Lichtspiele“ hielten sich mehr schlecht als recht über Wasser, bis 1952 die Bochumer Kinobesitzerin Ilse Müller den Betrieb übernahm. Mit großem finanziellen Aufwand – allein der Umbau durch den Halveraner Architekten Fleschenberg kostete 100 000 Mark – richtete Ilse Müller zusammen mit ihrem Mann ein modernes Kino mit 300 Sitzplätzen ein: das „Regina“. 

Das „Haus zur Fuhr“ wirbt in einem Prospekt Anfang der 50er-Jahre stolz mit folgenden Worten: „Im Hause befindet sich ein Lichtspieltheater von städtischer Großzügigkeit.“ 

Vorstellungen oft ausverkauft 

Ilse Müller erzählte in einem Gespräch im Jahre 2004: „Der Kinobesuch war in den ersten Jahren einfach sagenhaft. Die Vorstellungen waren oft ausverkauft, besonders an den Wochenenden oder bei Kindervorstellungen. Die Leute brachten sogar Naturalien mit und verschenkten Kleinigkeiten, um einen Platz reserviert zu bekommen. Kinder zahlten 50 Pfennig für eine Eintrittskarte, für Erwachsene kostete die Kinokarte zwischen einer und drei Mark.“ 

Doch geblieben ist auf Dauer von der Kino-Epoche nichts. Das „Regina“ steht längst nicht mehr, auch die Gaststätte „Unter den Linden“ ist abgerissen. Ein Grund mehr für den Heimatverein, diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

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