Hegering appelliert an Hundebesitzer

Diese beiden Hunde – Bölle und Luna – haben’s gut: Sie sind geimpft. ▪ Pfannschmidt

HALVER ▪ Hundebesitzer kennen viele Gefahren für ihre vierbeinigen Freunde: Ein wacher Blick, wo das Tier gerade schnüffelt, kann nie schaden, will man den Tritt in Glasscherben oder anderen gefährlichen Unrat vermeiden. Doch gibt es – wie beim Menschen – auch eine Menge unsichtbarer Gefahren. Eine lautet „Staupe“, und gegen die, so betonen Hegering und Tierärzte, sollte jedes Tier geimpft sein.

Halvers Hegeringleiter Bernd Volkenrath nimmt eine Mitteilung des Veterinäramts des Kreises Lippe zum Anlass, auch an Hundehalter im Märkischen Kreis zu appellieren, ihre Vierbeiner impfen zu lassen. „Eine Impfung sollte für jeden Hund selbstverständlich sein und steht auch finanziell in keinem Verhältnis zu eventuellen späteren Behandlungskosten bis hin zum Verlust des Hundes“, so Volkenrath.

Wie es aus dem Kreis Lippe heißt, seien dort vermehrt Wildtiere (Füchse, Waschbären, Marder) gemeldet worden, die das entsprechende Virus in sich trugen. Gilt es trotz seiner Ähnlichkeit zum Masern-Virus für den Menschen als völlig ungefährlich, ist es für Hunde hochinfektiös, sagt der Halveraner Tierarzt Walter Eichert. „Das Virus überträgt sich durch Sprüh- oder Schmierinfektion und äußert sich zunächst durch Fieber, dann meist durch Erbrechen, Durchfall oder Apathie“, erklärt der Veterinär. Habe sich das Tier einmal mit der Staupe infiziert, sei er nicht mehr heilbar. „Spätschäden bis hin zum Tod sind unabwendbar.“

Während die Tollwut hierzulande weiterhin in aller Munde ist, gehe von der Staupe eine weitaus höhere Gefahr aus, so Eichert. Diese lasse sich nur durch gewissenhafte Impfung minimieren. Dazu werden die Jungtiere im Alter von acht, zwölf und 16 Wochen sowie nach einem Jahr grundimmunisiert, ehe die weiteren Impfungen – kombiniert mit der Vorbeugung gegen andere Krankheiten – im Abstand von zwei bis drei Jahren vorgenommen werden müssen. Dafür fallen laut Eichert pro Impfung circa 30 bis 40 Euro an – „das ist kein Geld im Vergleich zu einer Staupe-Behandlung“.

Allerdings schätzt Eichert die Impfbereitschaft der Halveraner Hundebesitzer relativ hoch ein: „Ich denke, dass etwa 80 Prozent ihre Tiere geimpft haben.“ Damit würde man über der Empfehlung liegen, bei der davon die Rede ist, dass eine Impfrate von 70 Prozent zur Eindämmung der Staupe benötigt wird. ▪ Frank Zacharias

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