Heftige Diskussionen um Schieferhäuser

Im Hauptausschuss wurde gestern erneut über die Regionale diskutiert. ▪ Symbolfoto Stadt Halver

HALVER ▪ Die Grundfesten der Demokratie geraten ins Wanken. Das ist zumindest die Meinung von Michael Brosch. Der Ratsherr der Sozialdemokraten übte im gestrigen Hauptausschuss heftige Kritik. Streitpunkt war erneut die Regionale.

Dem Konflikt war abermals eine Debatte um die Schieferhäuser vorausgegangen. Erstmalig wurde in einem Ausschuss öffentlich über die Träger- und Finanzierungsmodelle beraten. Von ursprünglich drei Varianten sind mittlerweile nur noch zwei im Gespräch. Die Gründung einer gemeinnützigen GmbH schied bereits im Vorfeld aus. Der Grund: Es konnte kein Geschäftsführer gefunden werden. Zur Diskussion stehen somit noch Variante B und C. B sieht vor, dass die Stadt die beiden renovierungsbedürftigen Gebäude samt Grundstück kauft. 91 000 Euro würde das die Stadt kosten. „Dies entspricht dem Grundstückspreis. Die Häuser würden für einen symbolischen Wert von einem Euro der Stadt überlassen“, erklärte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Diese Variante wird von den meisten Politikern und der Verwaltung bevorzugt. Variante C, Stadt Halver und die Sparkasse als getrennte Träger, wurde kaum diskutiert.

Während CDU, UWG und Grüne sich klar für die Variante B aussprachen, auch wenn sie nicht vollkommen überzeugt seien, sei dies doch „eine Kröte, die im Sinne des Projektes geschluckt werden muss“, kam seitens der SPD -Kritik. Brosch kritisierte die Kleinteiligkeit, die mangelnde Barrierefreiheit und vor allem das Trägerkonzept. Michael Kortmann kritisierte ebenfalls: „Der Rat hat sich von der Bezirksregierung und dem Ministerium in die Ecke drängen lassen. Wir hätten Alternativen“.

Eicker gab zu bedenken, dass die Uneinigkeit von der Landesregierung zu Kenntnis genommen werde und letzlich den kompletten Regionale-Erfolg gefährde. „Wir haben hier doch keine chinesischen Verhältnisse“, monierte Brosch. Es könne schließlich nicht sein, dass kein Geld fließe, nur weil in einer Stadt ein demokratischer Prozess ablaufe. ▪ lm

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