Auch Schwerlastverkehr drängt sich durch den Ortsteil

Gefährliche Ausweichstrecke im MK: Straßenrand nicht mehr zu erkennen

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Hohe Belastung während der Vollsperrung: Auch Lkw schlängelten sich durch Halvers größten Ortsteil.

Halver/Oberbrügge - „Die Schäden sind größer als erwartet.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas will beim Land darauf drängen, die Landesstraße 892 zwischen Halver und Oberbrügge zu sanieren.

Es gehe im Fall der Heerstraße nicht um kosmetische Maßnahmen, sondern um die Frage der Verkehrssicherheit, sagte Dudas am Rande einer Ortsbesichtigung. 

Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Brosch hatte sich der Abgeordnete am Freitag (3. Januar) ein Bild von der aktuellen Lage gemacht, nachdem die Bundesstraße 229 seit dem 14. Oktober und bis Ende November für insgesamt sechs Wochen gesperrt war. In diesem Zeitraum diente die Heerstraße als Ausweichstrecke für den Verkehr der stark befahrenen, parallelen B229. Und auch Schwerverkehr zwängte sich durch die engen Kurven und durch den Ortsteil Oberbrügge. 

Ortstermin an der oberen Heerstraße: Es seien keine kosmetischen Maßnahmen mehr, es gehe um die Verkehrssicherheit, heißt es.

Inzwischen sei streckenweise nicht mehr erkennbar, wo die Straße anfängt und aufhört, stellten Dudas und Brosch bei der Befahrung und Begehung der L892 fest. Zwar hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW bereits im Vorfeld im September versucht, die Landstraße tauglich zu machen für den folgenden Stresstest, doch die Ränder gehen nahtlos über in die Böschungen. Er werde im Verkehrsministerium erneut darauf drängen, die Straße in das Landesstraßen-Unterhaltungsprogramm aufzunehmen, kündigt Dudas nun an. 

200 Millionen Euro jährlich für Landesstraßen

Das Programm werde im Frühjahr beschlossen und könnte Wirkung haben zum kommenden Jahr, das heißt mit umfassenden Maßnahmen frühestens 2021. Er begrüße es zwar, dass das Land jährlich rund 200 Millionen Euro in die Landesstraßen stecke, „aber es ist ärgerlich, wenn in unserer Region so gut wie nichts davon ankommt“, sagt Dudas. Das Mindeste, was an der stark frequentierten Strecke geschehen müsse, sei die Erneuerung der auf Teilstücken völlig verschwundenen Markierung von Rändern und Mittelstreifen sowie die Erneuerung der Bankette. Diese ersten Verbesserungen, insbesondere im Bereich Schmidtsiepen, könnten nicht warten, stellt der Bürgermeister fest, „das müsste am besten schon morgen passieren“. 

"Dringender Handlungsbedarf"

„Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Brosch, der nach eigener Aussage in seinen Sprechstunden regelmäßig mit dem Problem konfrontiert werde. „Den Bürgern ist es egal, wer da Baulastträger ist“, sagt der Bürgermeister. Für rund 2300 Menschen im großen Stadtteil Oberbrügge sei die Heerstraße die wichtigste Verbindung zur Infrastruktur der Kernstadt, zu Einkaufsmöglichkeiten und Schulen. 

Neben der Sicherheitskomponente spiele auch der Aspekt des Umweltschutzes eine Rolle. Der Verlust von Betriebsmitteln, insbesondere Öl, werde begünstigt durch die vorhandene Holperstrecke, sagt Dudas. „Und es ist den Leuten doch nicht zuzumuten, dass sie sich auf Dauer die Autos kaputt fahren.“

MdL Gordan Dudas (links) und Bürgermeister Michael Brosch schauen sich die Schäden an.

Wer die Unterhaltung von Straßen zu tragen hat, ist der sogenannte Baulastträger. Innerörtlich ist das in der Regel die jeweilige Kommune, außer es handelt sich um regional bedeutende Straßen, die in die Zuständigkeit von Bund, Land oder Kreis fallen. Für Landesstraßen zuständig ist der Landesbetrieb Straßen.NRW und damit direkt das Land. Autobahnen und Bundesstraßen fallen in die Zuständigkeit des Bundes. Hier wird der Landesbetrieb Straßen.NRW in der Praxis im Auftrag des Bundes tätig.

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