Halvers Etat vorgestellt

Haushalt 2020 mit dickem Minus

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Mehr als ein Blick in die Glaskugel: Der Haushalt weist (noch) ein Minus auf.

Halver - Der Haushalt der Stadt Halver für das kommende Jahr ist massiv in Schieflage geraten. Der am Montag eingebrachte Verwaltungsentwurf für 2020 sieht ein Defizit von 1,57 Millionen Euro vor.

In der gestern vorgestellten Form sei der Entwurf nicht genehmigungsfähig, sagt Kämmerer Markus Tempelmann im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Neun Wochen bleiben bis zur Ratssitzung und Verabschiedung am 2. Dezember. Zeit, die Enden noch zusammenzubekommen. 

Gründe für die derzeitige Misere sind ein massiver Rückgang bei den Schlüsselzuweisungen und ein erheblicher Anstieg der Kreisumlage insbesondere für die kleinen Kommunen im Kreis ohne eigenes Jugendamt über die zusätzliche differenzierte Kreisumlage. In Zahlen: die Schlüsselzuweisungen zur Gemeindefinanzierung sinken von 1,42 Millionen Euro auf 600 000 Euro um 818 000 Euro, bedingt durch die hohe Steuerkraft in 2018. 

Kämmerer Markus Tempelmann

Die Kreisumlage hingegen steigt von 13,65 auf 14,76 Millionen Euro. Das bedeutet eine höhere Abführung an den Märkischen Kreis in Höhe von 1,113 Millionen Euro. Allein 733 000 Euro davon entfallen auf die differenzierte Kreisumlage, bedingt durch den Ausbau an Kita-Plätzen und Kostensteigerungen bei den wirtschaftlichen Hilfen. 

"Dankbar für jeden kreativen Vorschlag"

Trotz dieser Belastungen muss in der letzten Ratssitzung vor dem Jahreswechsel die schwarze Null stehen. Falls nicht, gerate die Stadt in die ungenehmigte Haushaltsführung. Die vorgesehenen Investitionen für 2020 in Höhe von 15,6 Millionen Euro würden dann nicht mehr möglich sein, erläutert Tempelmann das drohende Szenario. Investiert werden könne noch in Höhe von zwei Dritteln der ordentlichen Tilgung (2 Millionen Euro), das heißt, von den vorgesehenen 15,6 Millionen für Schulen, Sport, Straßen und weiterem bliebe gerade noch ein Zehntel.

 Ein Verzicht auf diese Investitionstätigkeit würde niemandem helfen. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Investitionen und laufendem Aufwand der Verwaltung. Gegenseitig deckungsfähig sind die Positionen nicht. In den kommenden Wochen werde nun der Haushalt durchforstet, insbesondere, was den Sach- und Dienstleistungsaufwand angeht. „Wir stehen alle in der Verantwortung. Ich bin dankbar für jeden kreativen Vorschlag“, sagt Tempelmann.

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