Corona in Halver

Hausärzte impfen nach Ostern - wenn der Impfstoff kommt

Eine Ampulle des Biontech/Pfizer-Impfstoffs
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Geimpft wird bei den Hausärzten - wenn die Bestellungen eintreffen - der Biontech-Impfstoff.

Kommende Woche soll es eigentlich losgehen mit dem Impfen beim Hausarzt. Bestellt wurde der Impfstoff in dieser Woche. Geliefert werden soll er am Dienstag. Wenn er ankommt, wird ab Mittwoch geimpft.

Halver/Oberbrügge – Hartmut Rohlfing ging für die erste Woche von 18 Dosen aus, in den darauffolgenden Wochen rechnete er mit 50. Am Donnerstag erhielt er allerdings die Nachricht von der Apotheke, bei der er den Impfstoff bestellt hat, dass diese nur sechs Prozent der Bestellungen bekommen hat. Die Praxis von Hartmut Rohlfing geht daher in der kommenden Woche leer aus. Wie es weiter geht, bleibt vorerst unklar. „Mal sehen, was das Land liefern kann“, sagt Rohlfing, der Sprecher und Vorstandsmitglied vom Ärztenetz MK-Süd und Lennetz ist. Im April wird er keinen weiteren Impfstart wagen, weil es organisatorisch aufgrund der Urlaubsplanung nicht möglich ist. „Bei uns wird es im Mai weitergehen.“ Die bereits für Mittwoch vereinbarten Termine muss er absagen.

In einer Umfrage unter Hausärzten aus dem gesamten Kreisgebiet konnten sich die niedergelassenen Mediziner vorstellen, bis zu 100 Patienten in der Woche zu impfen. Rund 90 Prozent gaben an, dass sie sofort loslegen könnten, wenn der Impfstoff bereitsteht. Die Voraussetzungen erfüllen dabei die meisten – Kühlmöglichkeiten, Personal und Zeitfenster. Und ohnehin: Impfen kennen und können die Hausärzte, sie tun es immer. Jetzt dürfen sie auch gegen Corona impfen. Aber: Das Land macht nur maximal 50 Impfungen in der Woche möglich und der Start läuft schleppend.

Start mit über 80-Jährigen, dann die Risikopatienten

Los geht es in den Praxen zunächst mit den über 80-Jährigen. Für einige sei der Weg ins Impfzentrum zu umständlich gewesen, andere müssen zu Hause geimpft werden und ein weiterer Teil der Patienten hatte bereits früh angekündigt, sich nur vom Hausarzt impfen lassen zu wollen, sagt Barbara Tilenius, die Ehefrau des Allgemeinmediziners an der Bahnhofstraße. „Zum Hausarzt hat man das größte Vertrauen“, sagt sie. Aufwändig sei es nur, die Patienten, die über 80 Jahre alt, aber noch nicht geimpft sind, ausfindig zu machen. Aber in der Praxis Tilenius soll es nach Ostern direkt losgehen – zumindest geht sie noch davon aus. Für die darauffolgende Woche wird Dr. Wilhelm Tilenius keinen Impfstoff bestellen, weil die Praxis Urlaub macht.

Alle Ärzte weisen darauf hin, dass die Patienten vom Praxisteam angerufen werden, nicht andersherum. Rohlfing begrüßt die Entscheidung, dass Hausärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen. „Wir kennen unsere Patienten am besten.“ So werden demnächst nicht nur bestimmte Altersgruppen, sondern auch Risikopatienten in den Praxen geimpft.

Dr. Rüdiger: 36 Impfungen am Tag sind möglich

„Und irgendwann sind wir an dem Punkt, wo jeder geimpft wird“, sagt Hans-Joachim Rüdiger. Auch er hat die Maximalmenge an Impfdosen bestellt – 36 von 48 wurden ihm zugesichert. Er wird den gesamten Impfstoff voraussichtlich am Mittwoch verimpfen, wie er sagt. „Das ist gut machbar.“ Wenn die Praxis normalerweise schließen würde, wird sie extra fürs Impfen ab 13 Uhr geöffnet bleiben. Auch in Oberbrügge wird mit über 80-Jährigen begonnen, dann folgen Risikopatienten. Wenn der Impfstoff wirklich am Dienstag kommt.

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