Projekt vom Märkischen Kreis

Ökoprofit im Haus Waldfrieden: Papier einsparen und vieles mehr

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Das Dach wird grün – das ist ein Ziel des Hauses Waldfrieden im Rahmen des Projekts Ökoprofit.

Halver - Einiges ist schon erledigt, manches wird vorangetrieben, einiges hat man noch vor der Brust: Das Projekt Ökoprofit, in der zweiten Runde auch in Halver in Arbeit, hat einiges bewirkt im Haus Waldfrieden am Hälversprung in Halver.

Kosten sparen und zugleich ökologische Akzente setzen – das ist das Ziel des Projekts, das vom Märkischen Kreis koordiniert und kommunal durch Firmen, Kitas und im Halveraner Fall eben durch die familiengeführte Senioreneinrichtung umgesetzt wird. 

Als Win-Win-Situation skizzierte bei der Vorstellung Kämmerer Markus Tempelmann die Kombination ökologischer und ökonomischer Ziele. Eine eigene Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Haustechnik und dem Hauswirtschaftsbereich hat mit der Teilnahme am Projekt Ökoprofit im vergangenen Jahr begonnen, folgende Bereiche anzugehen: 

Gründach auf 400 Quadratmetern

Ein insektenfreundlicher Gründachausbau auf einer Fläche von 400 Quadratmetern soll unter anderem jährlich 2,5 Tonen CO2 einsparen und die biologische Vielfalt fördern. Denn das grüne Dach über mehreren Wohnbereichen dient dazu, steigende Temperaturen aufgrund der Klimaveränderung auszugleichen – und nicht zuletzt sieht’s auch besser aus. Die Umsetzung soll nach statischen Prüfungen schon kurzzeitig erfolgen. 

13.000 Blatt Papier einsparen

Bereits angelaufen ist die Einführung eines Dokumentenmanagements. Etwa 30 000 Euro investiert die Einrichtung zunächst, geht aber davon aus, dass sich die Ausgabe amortisiert. Immerhin 13 000 Blatt Papier und damit 195 Kilogramm Holz sollen auf diesem Weg jährlich eingespart werden, 3385 Liter Wasser, 697 Kilowattstunden an Energie und 0,08 Tonnen CO2, wie Melanie Laudien-Ziel aus der Verwaltung, zertifizierte Umweltmanagementberaterin, bereits hochgerechnet hat. Weiterer Vorteil neben der Einsparung von Raum und Fläche ist die Optimierung interner Abläufe. 

Eher eine Kleinigkeit, aber eine mit bemerkenswerten Auswirkungen ist die Beschaffung eines Soda-Streams für Aufenthaltsraum und Verwaltung. 124 Euro jährlich beträgt die Einsparung durch den Verzicht auf rund 600 PET-Flaschen. 

Regenwasser speichern

Die großen Grünflächen rund um die Wohnbereiche benötigen im Sommer viel Wasser. Das kann man aus dem städtischen Netz beziehen – oder vom Dach in Regenwasserspeicher ableiten. Im Haus Waldfrieden geht man von 216 Kubikmetern Frischwasser im Wert von jährlich 1678 Euro aus, die eingespart werden können. Zugleich wurden mit geringem Kostenaufwand (150 Euro) die Durchflussmengen der Wasserhähne auf sechs Liter pro Minute reduziert. 

Sebastian Katzner ist Verwaltungsleiter im Haus Waldfrieden am Hälversprung.

Zwei Projekte wurden gänzlich kostenfrei umgesetzt. Die Reinigungskräfte werden kontinuierlich sensibilisiert zum sparsamen Umgang mit Reinigungsmitteln. Und einen Bienenlehrpfad konnte man in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein ohne Eigenmittel anlegen. Er dient der Wissensvermittlung zu Schutz und Nutzung der Biodiversität. Das Haus Waldfrieden ist in diesem Durchgang einer von zehn Betrieben, der sich am Projekt Ökoprofit beteiligt hat. 

72 Maßnahmen in verschiedenen Städten

Insgesamt 72 Maßnahmen sind in Halver, Altena, Lüdenscheid, Menden, Neuenrade und Werdohl im ersten Jahr umgesetzt worden – mit Einsparungen von mehr als 460 000 Euro, wie der Kreis hochgerechnet hat. Die Größe der Unternehmen variiert dabei zwischen 20 und 750 Mitarbeitern. In 41 bereits bewertbare Maßnahmen seien 2,8 Millionen Euro investiert worden, wobei bei knapp 30 Prozent der Maßnahmen keine eigenen Mittel erforderlich waren. Bei lediglich einem Drittel der Maßnahmen liegt dabei die Amortisationsdauer bei mehr als drei Jahren.

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