Tipps zum Schutz gegen Langfinger

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Frank Enser gehört dem Kommissariat Vorbeugung der Polizei im Märkischen Kreis an und hat dabei vor allem mit Straftaten gegen Senioren und mit Jugendkriminalität zu tun. ▪

HALVER ▪ Wer Frank Enser zuhört, meint in einer Großstadt zu leben. Doch die Delikte, die der Hauptkommissar am Donnerstag im Bürgerzentrum „Am Park“ aufzählte, geschehen auch in kleinen Städten. Die Gefahr, einer Straftat in der Öffentlichkeit zum Opfer zu fallen, lauert überall – das war die Kernbotschaft des Experten, der im Rahmen der Parkgespräche zu Gast war.

Stammgästen dieser Gesprächsreihe war Enser dabei nicht unbekannt. Bereits Ende März 2011 war der Hauptkommissar in Halver zu Gast, um über das Thema „Haustürkriminalität“ zu referieren. Nun sollte es jedoch um solche Delikte gehen, die nicht auf der Türschwelle, sondern in aller Öffentlichkeit geschehen. Opfer sind nicht selten ältere Menschen, so dass Frank Enser hierzu jede Menge Wissenswertes erzählen konnte – schließlich ist er im Kommissariat Vorbeugung der Polizei im Märkischen Kreis nicht nur für das Gebiet der Jugendkriminalität, sondern auch für das der Straftaten gegen Senioren zuständig.

Dabei war der von vielen Seniorinnen gefürchtete Handtaschenraub nur eine von vielen Straftaten, zu denen der Hauptkommissar viel erzählen konnte. Ob Raub nach dem Geldabheben, Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr oder Ablenkmanöver im Supermarkt – alle Straftaten hätten eines gemeinsam: Sie sind nur umsetzbar, wenn sich dem Täter die Gelegenheit dazu bietet. Und so appellierte Enser an die 16 Besucher im Bürgerzentrum, skeptisch zu sein, wenn sie von fremden Menschen in welcher Form auch immer „angegangen“ werden. „Ich will Ihnen keine Angst machen, aber werden Sie ruhig ein bisschen misstrauischer.“ Wenn der nette Herr beim Einkauf um eine Wegbeschreibung zur Marmelade bittet, könne das schließlich auch der Versuch eines Ablenkungmanövers sein. „Während Sie sich umdrehen, um den Weg zu zeigen, kommt eine weitere Person, um in Ihre Handtasche zu greifen“, so Enser. Denn die würden manche fälschlicherweise im Kindersitz des Einkaufswagens abstellen – eine echte Einladung für Langfinger.

So hatte der Hauptkommissar aus Menden viele nützliche Tipps parat, die insbesondere ältere Menschen in der Öffentlichkeit beachten sollten. Die von der Straßenseite abgewandte Handtasche gehörte ebenso dazu wie die Bitte am Bankschalter, das Bargeld in einem Nebenraum ausgezahlt zu bekommen, um eine Beobachtung durch unliebsame Zeitgenossen zu verhindern. Wer alleine mit der Bahn fährt und auf Nummer sicher gehen will, sollte sich direkt unter eine Notbremse setzen, die bei Gefahr durchaus gezogen werden sollte. „Sie bestimmen selbst, wann Sie in Gefahr sind“, betonte Frank Enser. Wer aber schließlich doch einer Straftat zum Opfer fällt, sollte im öffentlichen Raum möglichst mehr als nur „Hilfe!“ rufen. „Geben Sie denen, die helfen würden, die Chance, das auch tun zu können“, forderte Enser. Wer mit seinem Ausruf zugleich die Tat oder die Kleidung des Täters nennt, habe höhere Chancen, einen Helfer zu erreichen – und das Diebesgut zurückzubekommen. ▪ zach

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