Hauptausschuss spricht sich für Verkehrskonzept aus

Der Planfall vier sieht einen Ringverkehr durch die Innenstadt vor. Die Einbahnstraßenregelung auf der Mittelstraße wird umgekehrt. Die Frankfurter Straße wird im oberen Teil zur Einbahnstraße.

Halver - Die Entscheidung für ein Verkehrskonzept für das Zentrum von Halver scheint seit der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch Fahrt aufzunehmen.

Bei einer Gegenstimme von Andreas Gerrath (FDP), gab das Gremium in Richtung Stadtverwaltung nun nahezu einmütig das Signal, sich mit der Realisierung des vierten Planfalls (siehe Grafik) zu befassen. Wenngleich dieser Entscheidung zunächst konstruktive Diskussionen und Ergänzungen zum Beschlussvorschlag vorangingen, die aber, zumindest seitens der Verwaltung, zum gewünschten Resultat geführt hatten. Denn, so fasste es Martina Hesse (CDU) zusammen: „Es wäre wünschenswert, die Verwaltung nun positiv anzuschubsen und eine Entscheidung voranzutreiben.“

So erweiterte das Gremium auf Anraten von Michael Brosch (SPD) den Beschlussvorschlag um den Punkt, die Durchführbarkeit von Tempo 30 auf der Von-Vincke-Straße mit den zuständigen Behörden vorab zu klären. Zudem soll das Ziel gefasst werden, einen Baubeschluss im Herbst 2015 und eine Umsetzung des Verkehrskonzeptes im Frühjahr 2016 zu erreichen (Werner Lemmert, UWG). Darüber hinaus werde kein sechsmonatiger Probebetrieb stattfinden.

Michael Vieten von der Ingenieursgesellschaft Stolz aus Neuss hatte sich am Mittwoch nochmals auf den Weg nach Halver gemacht, um dem Gremium das mögliche Verkehrskonzept darzustellen. Dabei stellte er abermals die vier Knotenpunkte heraus: Bahnhofstraße/Mittelstraße, Bahnhofstraße/Frankfurter Straße, Frankfurter Straße/Von-Vincke-Straße und Mittelstraße/Von-Vincke-Straße.

Während im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Mittelstraße keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssten, schlug Vieten dem Gremium für den Bereich Bahnhofstraße/Frankfurter Straße die Errichtung eines Minikreisverkehrs vor und somit den Wegfall der Ampelanlage. Der Kreisel hätte eine Durchschnittsbreite von 14 Metern und die Mitte sei überfahrbar. „Wir haben fast ausschließlich positive Erfahrungen mit Minikreisverkehren gemacht“, bekräftigte Vieten den Vorschlag, für den er in Reihen des Hauptausschuss-Gremiums Zustimmung erntete.

Als Knackpunkt in der Verkehrsplanung dürfte man aber zweifellos die Knotenpunkte an der Von-Vincke-Straße nennen. Vor allem die Ausfahrt von der Mittelstraße auf die Von-Vincke-Straße sei aufgrund des eingeschränkten Sichtfeldes in beide Richtung schwierig. Auf Empfehlung des Diplom-Ingenieurs Vieten müsste Tempo 30 an dieser Stelle „unbedingt eingerichtet“ werden, wenn man auf bauliche Maßnahmen verzichten möchte. Ein Kreisverkehr sei an dieser Stelle nur schwer zu realisieren, allerdings könnte man durch eine bauliche Einengung auf der Von-Vincke-Straße die Autofahrer an dieser Stelle verlangsamen.

Andreas Gerrath sieht die Straßenführung von der Mittel- auf die Von-Vincke-Straße kritisch. „Das könnte aufgrund der schlechten Sicht ein Unfallschwerpunkt werden.“ Zwar halte er ein Verkehrskonzept für Halver als durchaus notwendig, allerdings vermisse er derzeit die Alternativen. „Ich möchte das heute nicht beschließen“, sagte der Liberale, der sich zudem für einen sechsmonatigen Probebetrieb aussprach.

Da der Busverkehr nach Planfall vier nicht mehr über die Frankfurter Straße, sondern über die Bahnhofstraße geleitet würde, ist eine Umsetzung des Verkehrskonzeptes erst dann möglich, wenn das Bahngelände über die Hagedornstraße erschlossen ist. Das aber soll bis Ende des Jahres geschehen sein, gab Bauamtsleiter Michael Schmidt dem Gremium mit auf den Weg.

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