Diskussion um Kita-Neubau in Halver

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Ein erstes Verkehrskonzept sieht eine Anbindung der Kita (orange) von der Leibnizstraße sowie eine Neuordnung der Parkplätze und des Hol- und Bringverkehrs an der Mühlenstraße vor.

Halver – Nicht nur die für eine neue Awo-Kita vorgeschlagene Modulbauweise lieferte im Hauptausschuss Diskussionsstoff, sondern auch ein Konzept zur Verkehrsanbindung der Einrichtung.

Schon der Ausschuss für Planung und Umwelt am Dienstag hatte sich mit dem Thema befasst und – bei zwei Enthaltungen – dem Vorschlag einstimmig zugestimmt, die Awo durch den Bau einer neuen Kita zu unterstützen und die Verwaltung beauftragt, mit Planungen für den Neubau auf dem Sportplatzgelände an der Mühlenstraße zu beginnen. Auch der Ausführung in Modulbauweise, mit der ein Totalunternehmer beauftragt werden soll, wurde zugestimmt. Der Hauptausschuss selbst fasste allerdings wegen noch ausstehender Fragen für den nichtöffentlichen Sitzungsteil noch keinen Beschluss. Die Entscheidung fällt somit am kommenden Montag im Rat.

Zu Beginn der Diskussion sprach Hartmut Wächter (SPD) den vorgeschlagenen Kita-Standort auf dem Sportplatz an: „AFG und Humboldtschule legen Wert darauf, dass sie weiter im Außenbereich Leichtathletik betreiben können.“ Deswegen sollten die Tartanlaufbahn, die Sprunggrube und eine Möglichkeit die Wurfdisziplinen zu trainieren, erhalten bleiben. Dies könne in den Planungen berücksichtigt werden, versicherte Bürgermeister Michael Brosch.

Bedenken wegen Totalunternehmer

Matthias Clever (Grüne) äußerte Bedenken wegen der vorgeschlagenen Modulbauweise durch einen Totalunternehmer: „Dann würden wir das Heft komplett aus der Hand geben.“ Die Verwaltung nannte vor allem zeitliche Gründe dafür. Die Awo stehe unter einem starken Zeitdruck, in neue Räume umziehen zu können, erklärte Brosch. Deswegen sollen Bau- und Planungsleistungen bei einem Totalunternehmer zusammengeführt und als Ganzes ausgeschrieben werden, um eine europaweite Ausschreibung für Einzelleistungen zu umgehen. „Wenn wir im europaweiten Verfahren landen, haben Einsprüche, auch wenn sie völlig unbegründet sind, aufschiebende Wirkung. Das können wir in einem nationalen Vergabeverfahren ausschließen“, so der Bürgermeister.

Durch die funktionale Ausschreibung habe man weniger Gestaltungsmöglichkeiten, räumte Michael Schmidt, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, ein. Andererseits könne man sich bereits errichtete Funktionsbauten möglichen Bewerber anschauen und kaufe nicht die Katze im Sack. Gestaltungskriterien könnten allerdings auch in die Funktionsausschreibung mit aufgenommen werden, sodass eine Entscheidung nicht allein vom Preis abhänge, sagte Brosch. Schmidt präsentierte – wie schon im Planungsausschuss – ein frühes Verkehrskonzept, wie nicht nur die Anbindung der neuen Kita umgesetzt werden könnte.

Verkehrskonzept vorgestellt

Die Idee sähe eine Neuordnung der Parkplatzsituation und des Hol- und Bringeverkehrs am Bildungszentrum an der Mühlenstraße vor. Die Kita würde in diesem Konzept auf der nordöstlichen Sportplatzseite zur Regenbogenschule hin errichtet und über die Leibnizstraße erschlossen. Die Zufahrt zum AFG über die Mühlenstraße bliebe erhalten und könnte um weitere Parkplätze und eine Wendemöglichkeit beim Holen und Bringen der Kinder erweitert werden. Das Ganze könnte durch einen Zaun vom Schulhof des AFG getrennt werden, dem im wesentlichen die Schulhoffläche der Ganztagsschule zugeschlagen würde, wie Schmidt erläuterte. Zwischen Kita und Schulhof könnten zusätzliche Parkplätze sowohl für Lehrer als auch zur Nutzung bei Sportveranstaltungen entstehen. Die Zufahrten über Leibnizstraße und Mühlenstraße könnten je nach Bedarf offengelassen oder geschlossen werden.

Martina Hesse (CDU) sah durch das Konzept den Hol- und Bringverkehr durch Eltern eher noch begünstigt: „Ich möchte, dass man sicherstellt, dass das nicht auf dem Schulgelände stattfindet.“ Sabine Wallmann (UWG) bewertete allerdings die jetzige Bringesituation an der Mühlenstraße als katastrophal. „Da ist es schlimmer, als wenn wir eine Bring- und Holzone einrichten.“ Wie auch Fraktionskollege Werner Lemmert betonte Wallmann, dass die Bürger, insbesondere die Anwohner der Leibnizstraße, in die Planungen einbezogen werden müssten. Eine Bürgerbeteiligung werde es auf jeden Fall geben, wie Bürgermeister Brosch am Donnerstag gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger bestätigte.

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