Oberbrügge behält die Schule

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Halver - Oberbrügge behält seine Schule. Nach einer intensiven Ratssitzung mit Redebeiträgen von Bürgern und Kampfabstimmung ist klar, dass der Schulstandort bestehen bleibt.

Klar ist aber auch: Die dauerhafte Fortführung in der jetzigen Form wird es nicht geben. Auf eine solche Lösung hatten viele Oberbrügger gehofft. Etwa 100 Bürger aus dem Ortsteil waren in die Aula des Anne-Frank-Gymnasiums gekommen, um bei dem wichtigen Beschluss für ihren Ortsteil dabei zu sein, der Folgendes beinhaltet:

Zum Schuljahresende 2017/2018 läuft die Schule in der jetzigen Form aus.

Ab dem Schuljahr 2018/2019 kann die Schule nur noch als Teilstandort einer Halveraner Grundschule weitergeführt werden. 

Die Grundschule Oberbrügge reicht dazu ihre Empfehlungen bis zum 1.September 2016 beim Schulträger ein. Die Entscheidungsfindung wird durch die Verwaltung begleitet.

Der Schulträger prüft und bewertet die Tragfähigkeit des Konzepts unter Berücksichtigung der Stellungnahmen der betroffenen Schulen. Der Rat beschließt dazu in seiner Sitzung am 4. Oktober 2016.

Die Entscheidung fiel mit der erwarteten Mehrheit von SPD, UWG und Grünen. 20 zu 12 Stimmen lautete das Ergebnis nach namentlicher Abstimmung auf Antrag der FDP. Bürgermeister Michael Brosch enthielt sich der Stimme. Der Vorschlag der Verwaltung auf Schließung der Schule war aber zu diesem Zeitpunkt längst vom Tisch.

Sowohl die Liberalen wie auch die CDU hatte sich bis zuletzt dafür eingesetzt, es beim bisherigen Zustand zu lassen. „Hier sitzen nicht nur Schulschließer am Tisch“, wandte sich CDU-Fraktionschefin Martina Hesse an das Publikum, kritisierte „Lippenbekenntnisse“ des politischen Gegners und den „Einstieg in den Ausstieg“.

„Das ist kein Kompromiss, sondern eine Zukunftslösung“, hielt ihr Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) entgegen, auch Werner Lemmert (UWG) und Martin Kastner (SPD) legten ausführlich die Erwägungen dar, die zum gemeinsamen Antrag und der neuen Perspektive für die einzügige und gefährdete Schule geführt hätten.

Offen blieb für Beobachter der Sitzung und zunächst wohl auch für verschiedene Ratsmitglieder, wie der Einsparungsausfall in Höhe von 160 000 Euro jährlich beim Verzicht auf die Schließung kompensiert werden soll. Einstimmig beschloss der Rat eine „Optimierung des Beteiligungsmanagements“, die aber erst im nichtöffentlichen Teil konkretisiert werden sollte.

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