Neuer Preis nach Halveraner benannt

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Hans Peeck züchtet Pferde auf seinem Hof in Bärendahl. Nach ihm wurde nun ein neuer Preis für besterhaltene Halbblut- oder Vollblut-Stute benannt.

Halver - Ein Leben ohne Pferde – das kann sich der 82-jährige Hans Peeck heute immer noch nicht vorstellen. In Halle geboren und in Weißenfels aufgewachsen, galt seine Liebe schon sehr früh den Trakehnern. In Halver setzte er zumindest einen Wunsch um.

Er träumte davon, als Jockey Karriere zu machen und später Tierzucht zu studieren. Stattdessen lernt er als junger Bürger der DDR das Zuchthaus in Coswig (Anhalt) und später die Gefängnisse in Vokstedt, Halle und Naumburg – nebst Zwangsarbeit –kennen. „Verbrochen“ hat der junge Hans Peeck die Teilnahme am Aufstand des 17. Juni 1953, die ihn ins Visier der Überwacher brachte, und sein nicht systemkonformes Denken. 

Für die ersten DDR-Meisterschaften im Reiten schon qualifiziert, machten ihm „linientreue“ Lehrer und Funktionäre der Gesellschaft für Sport und Technik einen Strich durch die Zukunftspläne: 1955 wird er als kritischer Denker endgültig aus der Reiterstaffel ausgeschlossen. Er muss beruflich umsatteln, wird notgedrungen Polsterer und Tapezierer, bekommt jedoch aufgrund seiner Haftstrafen beruflich kein Bein auf die Erde. 

Er flüchtet aus der Demokratischen Republik Deutschland in den Westen. 1972 lässt er sich mit seiner Familie in Halver nieder, wo er auf dem Hof Bärendahl neben dem „Brotverdienen“ die Möglichkeit findet, an seine alte Liebe anzuknüpfen - bis heute.

Gute Bewertung der Zuchtrichter 

Eine große Freude war jetzt für Hans Peeck die überaus beachtenswerte Begutachtung seines jüngsten Zuchtergebnisses: Es gab für das Vollblut-Hengstfohlen Zampano vor strengen Augen die Bewertung von Körperbau, Aussehen und Grundgangarten. 

Im Mai geboren, begeisterte Zampano Zuchtrichterin Iris Troppmann aus Valbert und Zuchtleiter Peter Pracht aus Haiger vom bundesweit agierenden Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung: Das von der Vollblutstute „Zara Jo“, die selbst von der „Crème de la Crème“ abstamme und dem Vollblutaraber-Vater, der eine fantastische Sportlaufbahn hinter sich habe, stark geprägte Fohlen „gefällt uns ausgezeichnet“, befanden die Juroren, insbesondere die Augen seien so, wie es sich für diese Rasse gehöre, und das Fohlen insgesamt „sehr gut gelungen“. Dafür gab es eine Zwei-Sterne-Fohlenprämie. 

Zu diesem Ereignis hatten sich Freunde und Nachbarn der Familie eingefunden. Gemeinsam wurde der Erfolg gefeiert. Ein weiteres erfreuliches Erlebnis in Sachen Trakehnerzucht wurde dem Halveraner im September auch noch zuteil. Bei der Trakehner Landesschau des Zuchtbezirks Westfalen in Münster-Handorf gab es „eine Verneigung vor Hans Peeck, dem Urgestein der westfälischen Trakehnerpferde, für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle des blutgeprägten Pferdes“, wie es Vorsitzender Dieter Pothen formulierte. 

Vergabe des Hans-Peeck-Preises

Und weil Peeck sich zeitlebens für die Vollblutpferde eingesetzt habe, wurde Peeck ein Preis gewidmet: So soll künftig beim Zuchtbezirk Westfalen jedes Jahr ein „Hans-Peeck-Preis“ für die besterhaltene Halb- oder Vollblut-Stute vergeben werden. Der auf diese Weise geehrte Halveraner nutzte auch diese Gelegenheit für ein politisches Statement – an die Adresse der Jungzüchter, denen er ebenfalls sehr verbunden ist. Neben seinem Dank für ihre Unterstützung mahnte er Wachsamkeit an: „Ich habe zwei Diktaturen erlebt, passt auf die Demokratie auf, damit es nicht noch einmal in diese Richtung geht.“

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