Leere Straße

Coronavirus fegt die Straßen leer 

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Kaufland, Aldi und Rossmann haben weiter ihre Kunden. Textilien, Schuhe und Haushaltsutensilien fallen unter die Sperrliste.

Halver/Schalksmühle - Der Coronavirus fegt in Halver und Schalksmühle die Straßen leer. 

Die Stadt Halver wolle ein Zeichen setzen – dort, wo sie selbst als Vermieter auftrete, sagt Kämmerer Markus Tempelmann. Entsprechende Vereinbarungen über eine Stundung von Pachtzahlungen seien bereits getroffen worden. Damit wolle man zugleich ein Signal setzen für andere Vermieter, Gastronomiebetrieben oder Dienstleistern bei den Mieten entgegenzukommen, um die dramatischen Umsatzeinbußen zumindest an dieser Stelle abzufedern. 

Der Kämmerer erwartet erhebliche Probleme aber nicht nur im Handel, Dienstleistung und Handwerk. Auch Gewerbebetriebe hätten Kurzarbeit angemeldet und verzeichneten sinkende Auftragseingänge. Auch hier sei er gesprächsbereit, was mögliche Stundungen der Gewerbesteuer anstünden, die für das zunächst erste Quartal fällig würden. Anfragen habe es dazu bereits gegeben, so Tempelmann. 

Virus wirkt ins öffentliche Leben hinein

Ein Gang durch die Innenstadt zeigt auf, wie das Virus ins öffentliche Leben hineinwirkt. Leergefegte Bürgersteige, freie Parkplätze und Hinweisschilder auf Schließungen und Außer-Haus-Verkauf – am vierten Tag nach Schließung von Schulen und Kitas entfaltet der Shutdown zunehmend Wirkung. Ausgenommen sind Supermärkte, in denen der Run auf Grundnahrungsmittel ungebrochen scheint. 

Blumen Gerull bietet einen Lieferservice an.

Um die Einbrüche zu kompensieren, schalten Einzelhändler zum Teil um. Waren werden auf Anfrage geliefert, wie es beispielsweise Blumen Gerull oder die Buchhändlerin Silke Berges vomKö-Shop anbieten. Und mit Pflanzen und Blumen ist Susanne Buschmann heute auch auf dem Wochenmarkt zu finden. 

Auch Stavros Bosilidis vom Telekom-Laden Bosicom versucht, zumindest die nötigen Dienstleistungen anzubieten und damit die Möglichkeiten der Telekommunkation aufrechtzuerhalten. Ähnlich arbeitet Babara’s Store, die ihren Service nach telefonischer Vereinbarung oder per E-Mail aufrechterhält. „Lieferung bis an die Haustür“ verspricht auch Alisa Kannapin, Inhaberin von Lene-Fashion. 

Mit Verständnis reagiert Tanja Wesnigk, die Inhaberin des Blumen- und Dekoartikelgeschäftes FloraLoca am Rathausplatz, auf die Schließungsmaßnahmen. „Uns geht es nicht gut damit, aber ich finde es wichtig, was gemacht wird.“ Die Floristin fordert in diesem Zusammenhang aber, dass alle gleich behandelt werden müssen. Die kleinen Läden hätten alles im Griff gehabt, die Kunden wären nur einzeln hereingekommen und es hätten Desinfektionen stattgefunden. In den großen Geschäften gehe es aber einfach so weiter.

"Schwierige Situation" für alle

„Die Situation ist schwierig für alle. Aber wieder einmal profitieren nur die Großen“, bedauert Wesnigk, die nach eigenen Worten wirtschaftliche Ängste nach der Übernahme des größeren Geschäftslokals hat. Schließlich würden ja die Gehälter oder die Miete weiterlaufen.  „Ich habe seit einer Woche schlaflose Nächte.“´Die Einzelhändlerin hat ihren Laden am Mittwoch um 15 Uhr geschlossen und bietet nun an, Lieferungen, Wünsche und Aufträge unter Tel. 0 23 55/5 29 78 05 oder per E-Mail an info@floraloca.de für die Kunden zu erledigen. 

Leere Bürgersteige auch vor dem Modegeschäft Mister-Lady.

Die Schließungsmaßnahme sorgte bei Petra Nicolay, Inhaberin von Schuhe Nicolay für ein Aufatmen. „Ich war erleichtert, dass es für meinen Bereich geklärt wurde und ich den Laden schließen musste.“ Man müsse nun positiv denken, sagt sie, die versucht, diese Einstellung auch an ihre Mitarbeiter weiter zu geben. „Alles andere macht keinen Sinn.“ Seit Mittwoch ist ihr Laden zu. Doch die Einzelhändlerin hat mit Aushängen in den Schaufenstern und im Internet reagiert, und so ihren kurzfristig eingerichteten Lieferservice angekündigt. Petra Nicolay möchte Kunden in Schalksmühle und der näheren Umgebung bis vor die Haustür beliefern. Bestellungen können – solange es die Erlasslage erlaube – unter Tel. 0151/15 60 01 09 oder per E-Mail an nicolay-schuhe@t-online.de vereinbart werden. 

Andere Geschäfte, wie etwa das Café Garden Art an der Asenbach (Tel. 0 23 55/50 13 73, E-Mail info@garden-art.de oder das Sportartikelgeschäft mr sport design (E-Mail info@mr-sport.de) an der Bahnhofstraße haben ihre Lokale geschlossen, teilen aber mit, dass sie telefonisch und per E-Mail für die Kunden erreichbar bleiben wollen. 

Gemeinde äußert sich 

Es werde noch vieles kommen, sagt Bürgermeister Jörg Schönenberg. Man versuche zu helfen, wo man kann. Aber er kann und möchte zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Drittzusagen in Sachen Hilfestellung der Gemeinde machen. „Wir werden es auch als Kommune zu spüren bekommen. Zunächst aber müssen wir erst einmal alles sortieren, etwa die Bedarfe bei Firmen oder in der Sozialhilfe, um alle Personengruppen unterstützen zu können.“ Zudem warte er auf weitere Hilfsangebote des Bundes.

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