Mit Hammer und Säge gegen Platzmangel

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Dirk Zwitserloot, gelernter Möbeltischler und derzeit Praktikant im Halveraner Zimmerei-Betrieb Esterle, schneidet Dämmwolle für die Wärmeisolierung von Flüchtlingsunterkünften in Schalksmühle zurecht.

Halver/Schalksmühle -  Der Zustrom an Flüchtlingen in den Märkischen Kreis stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen – gerade auch im Hinblick auf dringend benötigten Wohnraum für die Schutzsuchenden.

Auch die Gemeindeverwaltung in Schalksmühle ist auf der Suche nach schnellen Lösungen des Platzproblems. Unterstützung findet sie dabei beim Halveraner Zimmerei-Betrieb von Samuel Esterle.

Bereits im Januar erteilte die Gemeinde dem Zimmermeister den Auftrag für Holzunterkünfte für Flüchtlinge, die auf dem Sportplatz an der Bergstraße aufgestellt werden sollen. „Die Verwaltung kam damals auf uns zu und hatte bereits einen Entwurf für die Häuser in der Tasche“, sagt Geschäftsführer Esterle, der den Betrieb 2008 gegründet hat. Insgesamt bauen er und vier Mitarbeiter aus sogenanntem Konstruktionsvollholz (Kiefer- und Tanne) 16 Unterkünfte. Jede einzelne soll auf 50 Quadrametern Platz für Wohnräume, Küche und Sanitäranlagen haben.

Bei der Fertigung der Holzhäuser legt Esterle großen Wert auf Qualität. Dabei müsse er vor allem auf die Feuchtigkeit der verbauten Hölzer achten. „Nicht jeder Betrieb darf geschlossene Wände bauen. Dazu ist ein spezielle Zertifizierung notwendig. Wir bekommen unangemeldete Besuche von Prüfern des sogenannten RAL-Gütezeichens für Holzhausbau. Dabei werden alle Baustoffe kontrolliert und alle Bauschritte dokumentiert“, erklärt Esterle.

In rund sechs Wochen sollen die Unterkünfte auf dem Jahnsportplatz in der Volmegemeinde montiert werden. Doch bis dahin gibt es für Esterle und seine Mitarbeiter noch viel zu tun. „Es handelt sich hierbei um eine schlüsselfertige Bauweise. Wir machen von innen bis außen alles fertig. Am Ende sind dann auch schon Fenster und Türen drin“, erklärt der Zimmermeister, der vor allem in der schnellen Montage der Häuser einen großen Vorteil für die Gemeinde sieht. „Wir können pro Tag drei bis vier Unterkünfte aufstellen. Dabei können wir witterungsunabhängig arbeiten, da wir vieles in unserer Halle vorproduzieren können und auf der Baustelle nur noch zusammenstecken müssen.“

Damit seien Kommunen in der Lage, auf große Zuweisungen von Flüchtlingen zu reagieren. Zudem können die Häuser individuell nachbestellt oder auch zügig an einem anderen Ort aufgestellt werden. „Durch ihre kompakte Bauweise, jede Unterkunft ist fünf mal zehn Meter groß, können die Häuser auch in der Kommune verteilt werden. Somit nehmen die Flüchtlinge direkt am Leben in der Gemeinde teil und werden nicht an den Rand gedrängt“, sagt Esterle.

Den Bauforschritt an den Flüchtlingsheimen dokumentiert die Zimmerei Esterle auf ihrer Facebook-Seite (www.facebook.com/esterle.holzbau).

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