Linden sollen nicht gefällt werden

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Aus gestalterischer Sicht sollen die drei Linden vor den Häusern der Kultur gefällt und durch vier neue Bäume ersetzt werden – dies wurde vom Umwelt- und Abfallausschuss abgelehnt.

HALVER - „Wir schaffen uns eine Dauerbaustelle“, meinte Wilfried Herberg (BUND) im Umwelt- und Abfallausschuss. „Wir haben ein Problem beseitigt und holen uns ein neues wieder herein“, fügte Martin Halbrügge (Bündnis 90/Die Grünen) hinzu.

Die Mehrheit des Gremiums sah das offensichtlich genauso, denn acht von zehn Mitgliedern lehnten das Fällen von drei Linden vor den Häusern der Kultur ab. Von der Verwaltung war dieses Thema noch kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden, weil das Fällen von Bäumen im Straßenraum nur bis zum 28. Februar möglich ist.

Das Büro GLT Landschaftsarchitekten, welches das Regionale-Projekt plant, hat das Fällen von drei Bäumen vorgeschlagen, weil diese zu groß seien (gegenüber den beiden Häusern) und im unteren Bereich nur noch einen Stamm hätten. Dafür würden aber vier neue Linden gepflanzt.

„Den Stadtbild-prägenden Charakter werden wir dann wohl nicht mehr erleben“, kritisierte Herberg, dass neue Bäume viele Jahre brauchen würden, um wieder so groß zu werden. Außerdem, das meinte nicht nur Halbrügge mit Blick auf die vorgelegte Zeichnung, würden vier Bäume dort gar nicht hinpassen. Zudem würden sie für die Häuser Verschattungen produzieren. „Ich würde darum kämpfen, dass die Linden dort stehen bleiben!“, betonte der Grüne, zumal die Bäume auch nicht krank seien und es noch nicht so lange her sei, dass an ihnen Kronenpflege betrieben worden war. Bei Neuanpflanzungen stehe das bald wieder auf der Tagesordnung.

Martina Hesse (CDU) sprach sich ebenfalls gegen ein Fällen der Bäume aus. Vielmehr forderte sie, nach Abschluss der Bau- und Sanierungsarbeiten an den Häusern der Kultur für „gescheite Baumscheiben“ und eine Pflege der Wurzeln der vorhanden Linden zu sorgen.

Für leichtes Unverständnis sorgte in diesem Zusammenhang die Äußerung von Seiten des Baumvereins, der „eine Fällung und Neupflanzung positiv sehen“ würde. Michael Schmidt vom Bau-Fachbereich, der bei den Gesprächen mit dem Baumverein dabei war, relativierte dies: Es sei eine gestalterische, planerische Geschichte und der Baumverein habe gemeint, dass man damit leben könne. „Wir entscheiden hier, ob ein Baum gefällt wird oder nicht“, machte Paul Adolf Turck (UWG) deutlich, dass nicht der Baumverein entscheide. Und der Umweltausschutz ist gegen das Fällen der Linden. - von Det Ruthmann

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