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Halvers Straßen kommen unter die Räder

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Von: Florian Hesse

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Der Umleitungsverkehr der gesperrten A45 verwandelt die Straßen in der Region in Schlaglochpisten. Auch in Halver häufen sich die Straßenschäden.
Der Umleitungsverkehr der gesperrten A45 verwandelt die Straßen in der Region in Schlaglochpisten. Auch in Halver häufen sich die Straßenschäden. © Florian Hesse

Was passiert eigentlich auf den Straßen der Region mit der jahrelangen Sperrung der Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid? Denn erkennbar mehr Lkw schieben sich auf den Nebenstraßen, die längst keine Geheimtipps mehr sind, durch die Städte und Gemeinden der Region. Ingenieure ziehen zur Berechnung der Belastung das Vierte-Potenz-Gesetz heran.

Halver – Was sich ein bisschen sperrig anhört oder liest, kann man vereinfacht herunterbrechen. Entscheidend für die fortschreitende Zerstörung der Straßenkörper ist nicht die Zahl der Fahrzeuge, sondern die Zahl der Achsen und die Achslast. Faustformel dabei ist, dass ein Lkw mit einer Überfahrt etwa so viel Schaden anrichtet wie 15 000 kleinere Pkw.

In der Praxis sichtbar wird das beispielsweise an der Frankfurter Straße auf dem Abschnitt etwa in Höhe der Raiffeisen-Genossenschaft bis zur Kreuzung Herpiner Weg, wo die Asphaltbrocken am Straßenrand liegen. Inzwischen warnt an der Karlshöhe immerhin ein Schild vor „Straßenschäden“.

Worauf sich die Autofahrer in Halver und der gesamten Umgebung aber einstellen müssen, ist, dass der Verfall der Infrastruktur schneller und gründlicher stattfinden dürfte, als man es sich zurzeit vielleicht vorstellt. Die Werte der Dauerzählstellen, die der Landesbetrieb Straßen.NRW punktuell für Autobahnen, Bundes- und einige Landstraßen betreibt, lassen aufhorchen. In Halver selbst wird zwar nicht gezählt, doch die Entwicklung lässt Rückschlüsse auch auf die Stadt im Grünen zu. An der Messstelle in Kierspe-Vollme rollen inzwischen werktags 1019 Lkw vorbei. Die Zunahme im Novembervergleich 2021 zu 2022 beträgt 233 Prozent. Dazu kommen 9141 Pkw, ein Plus von 32 Prozent.

Für die Bundesstraße 229 in Brügge, Knotenpunkt für Pendler zwischen Halver und Lüdenscheid, gibt es ebenfalls Zahlen. Etwa 17 500 Pkw sind dort täglich an Werktagen unterwegs, dazu 1278 Lkw, auch hier gezählt im verkehrsstarken November. Um 7,9 Prozent stieg dort das Pkw-Aufkommen. Bei den Lkw zeigt der Datensatz des Landes einen Anstieg um 59,7 Prozent.

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