Wie Halvers Senioreneinrichtungen Weihnachten feiern

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Weihnachtsgeschichten und Lieder. Mehr als 150 Menschen feiern Weihnachten in den Senioreneinrichtungen der Stadt Halver.

Halver - Es ist immer ein emotionaler Tag. Der Heilige Abend gehört der Familie, und jedes Weihnachtsfest ist mit Erinnerungen verbunden.

Mehr als 150 Menschen in Halver werden das Fest an Heiligabend aber nicht im Kreis ihrer angehörigen verbringen, wie sie es vielleicht Jahrzehnte lang getan haben. 80 bis 90 von 112 Bewohnern des Seniorenzentrums Bethanien feiern Weihnachten anders. Ähnlich wird die Quote bei den 84 Bewohnern im Haus Waldfrieden sein.

„Sehr, sehr frohe Veranstaltung“

Warum nicht mehr der Bewohner von ihren Familien nach Hause geholt werden, hat der Allgemeine Anzeiger in den Einrichtungen nachgefragt. Die Antworten bei Carsten Güntner, Leiter des begleitenden Dienstes im Bethanien, und Matthias Lauermann aus dem Haus Waldfrieden, fallen ähnlich aus: Vielfach gebe es gar keine Angehörigen, mit denen man das Fest begehen könnte, heißt es, und auch ein anderer Faktor spielt eine Rolle: Wer schwach und bettlägerig ist, hat ohnehin kaum die Möglichkeit, an der kraftzehrenden Feier mit Transport teilzunehmen.

Damit werden Mitbewohner und Pflegepersonal der Häuser zur Ersatzfamilie. Im Waldfrieden am Hälversprung wird es zu Heiligabend ab 14.30 Uhr mit dem Gottesdienst langsam festlich und eine Stunde später richtig gemütlich. Das Kaffeetrinken mit und ohne Angehörige kann sich bis in den frühen Abend hineinziehen, berichtet Lauermann. „Und dann gibt’s ein richtig schönes Essen.“ Die Hausgemeinschaften haben sich als Festtagsessen an Heiligabend für Hirschbraten entschieden. Weihnachten im Heim, dass sei eine „sehr, sehr frohe Veranstaltung“. „Die Menschen kennen sich. Sie wollen Weihnachten mit den anderen Bewohnern feiern.“

Kartoffelsalat oder Hirschbraten?

Auch im Zentrum Bethanien weiß man natürlich um die Bedeutung des Tages. Das Fest an der Bachstraße ist zeitlich bewusst entzerrt. Die große Feier findet einen Tag vor Heiligabend statt. Dazu kommen alle Bewohner, die nicht bettlägerig sind. „Wir machen das, weil die Erfahrung zeigt, dass Heiligabend eben doch manche von der Familie zum Fest abgeholt werden.“ Der Heilige Abend selbst gehört der Gemeinschaft in den einzelnen Wohnbereichen. Wichtig für die Bewohner, sagt Güntner, sei „die Weihnachtsgeschichte nach Lukas“. Dafür hat die Küche es leichter. Gewünscht sei Kartoffelsalat mit Würstchen. Und auf Wunsch gebe es auch ein Gläschen Wein. Ist also alles gut im Heim? Nicht ganz. „Es kommt nicht vor, dass keine Träne fließt.

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