Halvers Schullandschaft auf der Agenda

HALVER ▪ Welche weiterführenden Schulen werden die Grundschüler von heute in den nächsten Jahren in Halver besuchen können? Während das Anne-Frank-Gymnasium angesichts ungebrochen hoher Anmeldezahlen auf sicheren Beinen steht, bereitet die Zukunft der Haupt-, sprich Ganztagsschule, vielen Beobachtern Sorgen.

Und eine Neuausrichtung beträfe nicht sie alleine – Stichwort: Gemeinschafts- beziehungsweise Verbundschule (siehe unten). Ähnlich wie in anderen Städten und Gemeinden, ist eine stärkere Kooperation mit der Realschule denkbar.

Ob und in welcher Form, das wollen die Mitglieder des „Arbeitskreises Schule“ in den nächsten Wochen und Monaten erörtern. Nicht erst auf der Jahreshauptversammlung der SPD Halver wurde schließlich deutlich, dass die Politiker das Thema Gemeinschaftsschule derzeit im Fokus haben. Bereits in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses Anfang Februar mahnte Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) neue Konzepte an. Anlass waren die damals äußerst niedrigen Anmeldezahlen in der Ganztagsschule (wir berichteten).

Immerhin: Die Lage hat sich nach Auskunft des Schulleiters Heribert Müller entspannt. Konnte er zu Beginn der Anmeldephase lediglich elf Anmeldungen zählen, lägen ihm mittlerweile 18 vor. „Das ist genau die Zahl, die wir für die Einzügigkeit benötigen“, sagt Müller nicht ohne Erleichterung. Hinzu kämen maximal vier weitere Schülerinnen und Schüler, die integrativ betreut werden müssten.

Nichtsdestotrotz räumt auch der Ganztagsschulleiter landesweit rückläufige Anmeldezahlen an Hauptschulen ein. „Wie man nun an dieses Thema herangeht, muss jedoch im Arbeitskreis besprochen werden.“ Dabei hofft Heribert Müller in diesem Gremium auf eine „ergebnisoffene Diskussion“. Denn es gebe viele Lösungsmöglichkeiten, nicht nur die in der Region bekannten Modelle.

Auch Hartmut Wächter, Leiter der Realschule, will sich bezüglich der künftigen Halveraner Schullandschaft nicht im Vorfeld der Arbeitskreistreffen festlegen. Eines betont er jedoch ausdrücklich: „Es darf keinen Schnellschuss geben. Wir müssen eine Lösung finden, die langfristig Akzeptanz in der Bevölkerung findet.“ Dass solch eine Lösung noch in seiner Amtszeit gefunden wird, glaubt er nicht. Wie berichtet, wird Realschulleiter Hartmut Wächter nach dem laufenden Schuljahr in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet. ▪ Frank Zacharias

HINTERGRUND:

Alternative Schulmodelle

Auf rückläufige Schülerzahlen, insbesondere an Hauptschulen, reagiert die Landesregierung mit dem Modell der Gemeinschaftsschule. Sie soll Bildungswege länger offen halten „und mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Abschlüssen führen“, wie es von Seiten des Landesschulministeriums heißt. Diese Schulform, die künftig etwa die jetzige Hauptschule Neuenrade übernehmen wird, muss auch gymnasiale Standards erfüllen – anders als das von der Gemeinde Schalksmühle umgesetzte Modell der Verbundschule, in der es einen Haupt- und einen Realschulzweig gibt. Aus Real- und Hauptschule entstand dort ein Konzept, das nur noch über eine Schulleitung mit einem Lehrerkollegium verfügt. Beide bisherigen Schulformen bestehen fort und werden „unter einem Dach“ zusammen geführt. Zusätzlich ist in den Nebenfächern gemeinsamer Unterricht „möglich und sinnvoll“, heißt es von Seiten der Schule.

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