Städtische Schulden sinken deutlich

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Halver - Der Schuldenstand der Stadt Halver hat sich in den vergangenen beiden Jahren deutlich reduziert um fast 5 Millionen Euro. Ende 2015 stand die Stadt noch mit rund 44,7 Millionen Euro in der Kreide, Ende 2016 waren es fast 1,7 Millionen Euro weniger. Und im vergangenen Jahr wurde die Schuldenlast um knapp 3,2 Millionen Euro reduziert.

Mit Stand zum Jahresschluss waren es exakt 39 827 055 Euro, teilt Kämmerer Markus Tempelmann auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers mit.

Der Rückgang betrifft beide Bereiche, die innerhalb des städtischen Haushalts berührt sind: die Kassenkredite zur Finanzierung des laufenden Aufwands wie die investiven Kredite, denen beispielsweise durch Bautätigkeit in der Bilanz ein Wert gegenübersteht. 

An dieser Stelle allerdings zwischen „guten“ und „schlechten“ Schulden zu unterscheiden, hält Tempelmann für verfehlt. „Schulden sind immer schlecht“, sagt der Kämmerer, weil beide das Potenzial hätten, die Stadt zu belasten. Jede Entwicklung der Zinsen nach oben gefährde die Handlungsfähigkeit. Eine Erhöhung um nur ein Prozent bedeutet damit Mehrkosten von rund 400 000 Euro, und Tempelmann hält auch eine Zinsanpassung um 2 Prozent nach oben für gar nicht unrealistisch. Das sei noch weit entfernt vom Mittel der 1990er-Jahre. 

Die Verschuldung, Dauerthema in fast allen Kommunen, ärgert ihn aber auch aus einem weiteren Grund. Eigentliche Aufgabe der Städte sei es, im laufenden Betrieb Überschüsse zu erzielen und daraus auch erforderliche Investitionen zu bestreiten – ohne neues Geld aufnehmen zu müssen. Dass durch den Schuldenabbau Halver „kaputtgespart“ werde, sieht der Kämmerer in keiner Weise. „Ich kenne keine Stadt, die kaputtgespart wurde, höchstens kaputtverausgabt.“ Das sei der Fall, wenn die Kommune Handlungsbedarf habe, aber mangels finanzieller Mittel nicht mehr hinreichend reagieren könne. 

Konkret für Halver sei zu sagen, dass der Abbau der Verbindlichkeiten nicht dadurch erkauft worden sei, dass weniger in die Infrastruktur investiert worden sei. Die Verbesserung um 4,85 Millionen Euro sei dabei Ergebnis verschiedener Maßnahmen, deren Früchte man habe ernten können. Dazu zähle die Veräußerung von Wohn- und Gewerbeflächen, aber auch eine Neuausrichtung an anderer Stelle wie der Rückkauf der Kanäle in Anschlag und Schwenke im Jahr 2013, der sich positiv für Gebühren- und Steuerzahler niedergeschlagen habe. Den Kurs werde er daher weiterverfolgen. Eine Reduzierung des Schuldenstands in den 2020er-Jahren bleibe unverändert Ziel.

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