Halvers Mieten zählen zu den höchsten im Südkreis

Die Karte zeigt es: Halver und Lüdenscheid sind im südlichen Märkischen Kreis die teuersten Miet-Pflaster. In Herscheid und Werdohl wohnt es sich vergleichsweise günstig. ▪ Quelle: LEG

HALVER ▪ Wer Einwohner anlocken will, braucht neben attraktiven Wohngebieten nicht minder attraktive Mietpreise. Wie hoch diese in Halver liegen, hat jetzt die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) herausgefunden.

Die Daten sind Bestandteil des neuen Wohnungsmarktsreports für Nordrhein-Westfalen. Demnach liegt der durchschnittliche monatliche Mietpreis in der „Stadt im Grünen“ zwischen 5,10 und 5,12 Euro pro Quadratmeter. Im Südkreis ist Halver damit neben Lüdenscheid die teuerste Stadt für Mieter: In der Kreisstadt reichen die Quadratmeterpreise sogar bis 5,49 Euro, während zum Beispiel in Schalksmühle nur 4,92 bis 5 Euro und in Kierspe 5,01 bis 5,05 Euro fällig werden.

Den Daten für Halver liegen 129 Wohnangebote zugrunde, die die LEG zum Zweck der Studie analysiert hat. Neben dem oben genannten Durchschnittsmietpreis betrachteten die Statistiker auch die Mieten in den unteren bis oberen Marktsegmenten – sprich die „Ausreißer“ aus dem mittleren Mietpreisbereich. Im unteren Segment lag der Durchschnittspreis demnach bei 4,08 Euro pro Quadratmeter, im oberen Segment bei 6,10 Euro.

Wohlgemerkt: Bei diesen Preisen handelt es sich natürlich um die Beträge für die Kaltmiete. Dass die Nebenkosten mittlerweile als „zweite Miete“ bezeichnet werden, wird beim Blick auf deren Höhe deutlich: Für die durchschnittliche Wohnungsgröße in Halver von 77 Quadratmetern errechnete die LEG eine Warmmiete von 627 Euro – der Kaltmietpreis liegt für diese Durchschnittswohnung bei nur 395 Euro.

Ob Wohnungen bezahlbar sind oder nicht, hängt natürlich nicht zuletzt von der finanziellen Lage der Mieter ab – und die scheint in Halver besser zu sein als anderswo. Die Landesentwicklungsgesellschaft errechnete hier eine durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt von 4017 pro Monat. Damit müssen die Halveraner Mieter prozentual weniger von ihrem Gesamteinkommen fürs Wohnen ausgeben als ihre Nachbarn in anderen Städten: Für die Warmmiete, so hat die LEG herausgefunden, müssen die Halveraner 15,6 Prozent ihrer Kaufkraft aufbringen. Zum Vergleich: Wegen der hohen Einkommen etwa in Lüdenscheids Süden (durchschnittliche Kaufkraft: 4389 Euro) liegt der Anteil dort trotz höherer Quadratmeterpreise bei nur 14 Prozent. Extrem hoch liegt der Kaufkraftanteil an der Warmmiete mit 19,7 Prozent in Iserlohn-Mitte – dort liegt die monatliche Haushaltskaufkraft bei unter 3000 Euro.

Als nur bedingt aussagefähig gilt indes die Leerstandsquote für das Jahr 2009, die auch für Halver erhoben wurde: Sie lag nach Angaben der Landesentwicklungsgesellschaft bei 3,3 Prozent. Unrühmlicher Spitzenreiter in diesem Bereich war vor zwei Jahren Balve, wo laut LGE elf Prozent aller Wohnungen unbewohnt waren. ▪ Frank Zacharias

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