Halvers große Awo-Kita steht vor dem Umzug / Inklusion ist Kerngeschäft

Die Wundertüte wandelt sich

Neubau des Awo-Kindergartens Wundertüte
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Geheizt wird mit einer Luftwärmepumpe, der Strom kommt vom Dach aus Solarzellen. Die neue Kita arbeitet nahezu CO2-frei. 

Wenn nichts Entscheidendes mehr dazwischen kommt, steht der Termin: Am 13. September will die Awo-Kindertagesstätte Wundertüte ihre neu gebaute Einrichtung am Schulzentrum auf dem Gelände des früheren Sportplatzes beziehen.

Es dürfte eine Zäsur werden in der Geschichte der Kindertagesstätte, und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Hochmodernes Gebäude

Die Kita zieht um von der Weststraße mit veraltetem Raumkonzept, nicht barrierefreien Räumen über mehrere Etagen in einen kompletten Neubau. Mit rund 3,5 Millionen Euro war das zweistöckige Gebäude veranschlagt, das in Holzrahmenbauweise errichtet wurde mit Baustart Ende 2020. Geheizt wird es nahezu CO2-neutral durch eine Luftwärmepumpe und Fußbodenheizung.

Heilpädagogische Gruppe

Außerdem wird der Kindergarten etwas größer. Hinzu kommt eine sechste Gruppe. Rechnerisch sind es acht weitere Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf. Der seit vielen Jahren gelebte Gedanke der Inklusion in der Kita-Wundertüte wird fortgeführt – dadurch, dass die Kinder mit besonderem Förderbedarf in die bestehenden Gruppen aufgenommen werden und so den ganz normalen Kindergartenalltag mitleben können. Fünf der Kinder gehen dann erstmalig in die Kita, drei von ihnen haben bereits andere Einrichtungen mit zum Teil erheblichen Belastungen durch Fahrzeiten besucht.

Zusätzliche Ausbildung

Auch das Team von Erzieherinnen und Erziehern vergrößert sich. Eine Motopädin kommt hinzu mit 30 Wochenstunden, eine Heilpädagogin mit langjähriger Berufserfahrung an einem Tag in der Woche. Mehrere Kolleginnen und auch sie selbst stünden vor dem Abschluss einer zusätzlichen Ausbildung zur Heilpädagogin beziehungsweise vor dem Start dieses Studiums am Hönne-Berufskolleg in Menden, sagt Leiterin Sibylle Haberland im Gespräch. Der dreijährige Ausbildungsgang mit zwei, später auch drei Mal Unterricht in der Woche, zum Teil auch samstags, sei herausfordernd, aber auch bereichernd. „Das mache ich auch für mich“, sagt Sibylle Haberland, die im Frühjahr offiziell diese Qualifikation abgeschlossen haben möchte.

Der Rasen muss noch ausgerollt werden, dann ist das Außengelände nutzbar.

Ein bisschen Umzugsstimmung herrscht dabei bereits an der Weststraße. „Die Kinder wissen Bescheid“, sagt die Leiterin. „Wir packen ja schließlich schon Kartons. Und die Kinder helfen auch mal dabei.“

Es gibt einiges zu tun, auch einiges zu entrümpeln. Ein bisschen Wehmut werde beim Umzug auch dabei sein, gerade bei den erfahrenen Kolleginnen, die schon bis zu 35 Jahre in ihre Einrichtung an der Weststraße kommen. Doch die Möglichkeiten im Neubau am Schulzentrum sind andererseits bestechend: ein separater Therapieraum, deutlich bessere Möglichkeiten in der Turnhalle, ein Snoezelen-Raum für Entspannung, Therapie und Rückzug.

Insgesamt 26 Mitarbeiter sind es in Teil- und in Vollzeit, im pädagogischen wie im hauswirtschaftlichen Bereich, die in den Umzug eingebunden sind.

Eine Woche Umzugspause

Für das Projekt braucht man allerdings etwas Zeit. Der turnusmäßige Sommerurlaub wurde um eine Woche verkürzt. Vom 6. bis zum 10. September bleibt die Einrichtung geschlossen. Dann wird umgeräumt und Möbel werden quer durch die Einrichtung transportiert. „Im laufenden Betrieb ist das nicht zu machen.“

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