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Weniger Kunden in Restaurants: Auswirkungen von 2G-plus auf Gastronomen

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Von: Fabienne Schwarzer

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Im Hellas-Grill wird nun größtenteils Essen zum Mitnehmen bestellt. Vor Ort isst fast kein Kunde mehr. 
Im Hellas-Grill wird nun größtenteils Essen zum Mitnehmen bestellt. Vor Ort isst fast kein Kunde mehr.  © Schwarzer, Fabienne

Die 2G-plus-Regel gilt seit dem 13. Januar auch für die Gastronomie. Das bedeutet, dass nur noch Menschen mit Booster-Impfung ohne Test essen gehen dürfen. Genesene und zweifach Geimpfte brauchen dazu zusätzlich einen negativen Coronatest. In Halver hat die Regel zum Teil verheerende Auswirkungen auf Restaurants.

Halver - Im Restaurant „Bei Domenico“ von Domenico Gullotta hat sich seit Beginn der Pandemie vieles verändert. Frustriert zeigt er auf die wenigen Reservierungen in seinem Buch, die auch teilweise abgesagt wurden. Vor allem seine Weinabende, bei denen es immer am letzten Samstag im Monat ein Sechs-Gänge-Menü gibt und dazu entsprechenden Wein, waren beliebt. „Die Weinabende waren immer ausgebucht mit 40 Gästen, doch das hat deutlich abgenommen“, erklärt Domenico Gullotta. „Es sieht für die Gastronomie, vor allem seit 2G-Plus, wirklich traurig aus.“

Domenico

Auch andere Beschränkungen machen dem Gastronomen zu schaffen. Da sich nur zehn Personen privat treffen dürfen, wird auch sein Partyservice bei dem er Feiern mit Essen versorgt, nicht mehr gebraucht.

Wer bei Domenico nur doppelt geimpft ist und seinen Test vergessen hat, muss sich aber nicht weiter sorgen. Gullotta hat Tests für sein Restaurant gekauft und stellt seinen Gästen diese kostenlos zu Verfügung. „Meiner Meinung nach gehört das in diesen Zeiten zum Service“, sagt der Italiener. Seine Stammkundschaft sei allerdings sowieso über 50 Jahre alt und deshalb bereits in den meisten Fällen geboostert. „Für junge Leute ist die Situation schwierig und vor allem für Restaurants, die auf eine junge Kundschaft angewiesen sind. Denn die jungen Leute können nicht mehr spontan essen gehen, sondern müssen den Restaurantbesuch wegen der Testpflicht planen.“ Dies würde er unter anderem auch bei seiner 18-jährigen Tochter bemerken.

Hellas-Grill

Den Hellas-Grill in Halver gibt es seit fast zehn Jahren, und kurz bevor das Pandemiegeschehen wieder einen neuen Hochpunkt im vergangenen Jahr erreichte, erweiterte Pavlos Parastotidis seine Räumlichkeiten, sodass die Kunden nicht nur Essen zum Mitnehmen holen, sondern auch im Hellas-Grill verweilen konnten. Durch die 2G-plus-Regel sei dies laut Mitarbeiterin Aikaterini Tsompani aber kaum geschehen.

Für wirklich sinnvoll hält sie die neue Regel nicht: „Was ist, wenn jemand, der nicht getestet oder geimpft ist, also nur zum Mitnehmen bestellt, hier vor uns steht und unbemerkt Corona hat? Da hilft uns die 2G-plus-Regel auch nicht weiter.“ In den seltenen Fällen, wenn jemand in den Hellas-Grill kommt und dort essen möchte, sind es oft ältere Leute, da diese ihre Booster-Impfung bereits erhalten haben.

Oft hätte das Team auch versucht, sich beim Ordnungsamt zu informieren. Doch häufig verwiesen die Mitarbeiter darauf, sich selbst im Internet zu informieren, was wenig hilfreich für Tsompani und Parastotidis war, wie sie sagen.

Ma Pizza

Erst kürzlich eröffnet hat der Imbiss „Ma Pizza“, in dem es keine Sitzgelegenheit für die Kunden gibt. Riem Safi ist eine der Mitarbeiterinnen und sie erklärt: „Wir haben durch die 2G-plus-Regel gar kein Problem, denn zu uns kommen nur Kunden, die ihr Essen abholen möchten. Oder sie bestellen telefonisch.“ Deshalb müssen im Ma Pizza keine Impf- oder Genesenen-Nachweise und Tests kontrolliert werden. Das Geschäft laufe gut bisher, und viele nähmen das tunesische Essen gut an. Die 2G-plus-Regel nimmt hier keinen allzu großen Einfluss.

Bäckerei Arnold

Anders ist das in der Bäckerei Arnold: Mitarbeiterin Ulrike Müller-Meinolf sagt, dass die Zahl der Gäste, die zum Essen vor Ort kommen, „auf jeden Fall abgenommen“ habe. Viele ältere Gäste seien zwar geboostert, möchten sich trotzdem testen lassen – unter anderem für die Sicherheit ihrer Mitmenschen. Ein älterer Mann in der Bäckerei habe sich beschwert, dass er ins Schwimmbad gehen wollte, aber keinen Testtermin vereinbaren konnte, weil das nur online möglich sei, berichtet Müller-Meinolf.

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