Halvers Entsorgung wird grün

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Grüne statt weiße Autos: Die Bürgermeister Dieter Dzewas und Dr. Bernd Eicker (vorne), Kai Hellmann und Markus Tempelmann von der Halveraner Stadtverwaltung sowie Heino Lange und Andreas Fritz vom STL (hintere Reihe von links) freuen sich über die geplante Kooperation.

HALVER - Die Abfallentsorgung soll für die Halveraner Bürger ab dem Jahr 2015 billiger und komfortabler werden – dank einer Premiere: Erstmals wird der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) auf „fremden Gebiet“ für die Abfallentsorgung verantwortlich zeichnen. Eine entsprechende Vereinbarung brachten gestern Vertreter der beiden Städte sowie des STL auf den Weg.

„Wir freuen uns, dass wir durch unsere bisherige Zusammenarbeit als verlässlicher Partner gesehen werden“, erklärte Heino Lange, Werkleiter des STL. Denn dass die grünen Autos seines Betriebs durch die Nachbarstadt fahren, ist kein Novum – allerdings war man bislang lediglich für die Straßenreinigung zuständig. Dieses Aufgabenfeld soll nun – vorbehaltlich der noch zu führenden Verhandlungen – auf die Entsorgung von Restmüll, Papier, Grünschnitt und Elektroschrott ausgeweitet werden. Und zwar zum Nutzen beider Seiten. Die interkommunale Zusammenarbeit ermögliche Synergien, die zumindest den Halveraner Gebührenzahler entlasten sollen. Halvers Kämmerer Markus Tempelmann kündigte bereits gestern eine „erhebliche Gebührenreduzierung“ ab 1. Januar 2015 an. Zudem erhofft sich die „Stadt im Grünen“ eine verbesserte Servicequalität. Denn: Während der noch bis Ende 2014 engagierte Entsorger Lobbe mit Seitenladern ohne zusätzliches Personal zum Aufladen der Mülltonnen unterwegs ist, setzt STL auf Menschen statt auf Maschinen. Dass Bürger ihre Tonne fahrzeuggerecht in bis zu 80 Metern Entfernung zum eigenen Haus und dann auch noch „entsorgungskompatibel“ (in Zweier-Gruppen) aufstellen müssen, soll der Vergangenheit angehören. „Den Punkt Service wollen wir auch vertraglich fixieren“, betonte Rathausmitarbeiter Kai Hellmann, in dessen Zuständigkeitsbereich auch das Thema „Müllentsorgung“ fällt.

Aufgrund der erhofften Synergieeffekte freuen sich auch die beiden Bürgermeister über diese neue Art der interkommunalen Zusammenarbeit. „Von oben wird uns nichts geschenkt“, sagte Lüdenscheids Stadtoberhaupt Dieter Dzewas mit Blick auf die finanziellen Zuwendungen von Land und Bund. „Daher müssen wir immer überprüfen, in welchem Rahmen eine solche Zusammenarbeit möglich ist.“ Weitere Kooperationen will er daher nicht ausschließen. Halvers Bürgermeister Dr. Bernd Eicker betonte, dass nicht zuletzt die räumliche Nähe ein solches interkommunales Projekt ermögliche.

Wie berichtet, hatte die Stadt Halver der Firma Lobbe zum 31. Dezember 2014 gekündigt. Dieter Dzewas: „Sonst wurde unsere Angebot immer als Referenz für Verhandlungen mit anderen Entsorgern eingesetzt. Umso mehr freut man sich, wenn man mit Preis und Leistung bis zum Ende überzeugt.“

Von Frank Zacharias

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