Halvers Einwohnerzahl sinkt bis 2030 dramatisch

Die Einwohnerzahl Halvers sinkt bis 2030 dramatisch – das zeigt das neue Kommunalprofil. ▪ Symbolbild

HALVER ▪ Die Faktenlage ist eindeutig: Halvers Bevölkerung altert. Begriffe wie der „demographische Wandel“ ziehen sich wie rote Fäden durch die kommunalpolitische Landschaft. Doch was häufig abstrakt daher kommt, ist greifbar: Das Landesamt für Statistik (IT.NRW) hat so genannte Kommunalprofile veröffentlicht – so werden Alters- und Bevölkerungsstrukturen deutlich. Auch für Halver.

Auf 27 DinA4-Seiten gehen die Statistiker in die Tiefe: Auf welcher Fläche leben wie viele Personen? Wie gestaltet sich die Alterspyramide (, die eigentlich eher ein „Ballon“ ist)? Und: Welche Altersgruppen werden in Zukunft den Großteil der heimischen Bevölkerung stellen? Diese und mehr Fragen versucht das aktuelle Kommunalprofil mit dem Stand 31. Dezember 2010 zu beantworten. Die Diskussion um die Folgen des demographischen Wandels erhält neue Nahrung.

So stellten zum Ende des Jahres 2010 die 40- bis 50-Jährigen mit fast 3000 Personen die größte Altersgruppe innerhalb Halvers. Das sah Ende 1978 noch ganz anders aus: Damals waren Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren in der Mehrzahl – sie machen aktuell mit rund 2000 Personen die drittgrößte Gruppe aus. Auf Platz zwei rangieren die über 70-Jährigen, von denen rund 2600 in Halver wohnen. Die Folgen für die Zukunft sind unausweichlich: Im Jahr 2030 werden laut IT.NRW in Halver mehr als 6000 Menschen in der „Stadt im Grünen“ älter als 60 Jahre sein – bei einer prognostizierten Gesamteinwohnerzahl von 14 600 Menschen liegt der Anteil der über 60-Jährigen dann also bei 41 Prozent.

Stichwort: Gesamteinwohnerzahl. Die soll nach Berechnungen der Statistiker bereits im Jahr 2020 auf 15 790 zurückgegangen sein. Neben der niedrigen Geburtenrate soll dieser Rückgang auch der Abwanderung vieler Halveraner in andere Städte geschuldet sein. Anhand des Jahres 2009 hat das Landesamt die größten „Fortwanderungsströme“ aufgeschlüsselt und die Städte aufgeführt, die für Einheimische besonders attraktiv zu sein scheinen: So verließen 164 Einwohner Halvers die Stadt, um nach Lüdenscheid zu ziehen, 81 schlugen in Schalksmühle ihre „Zelte“ auf, Kierspe und Hagen folgten als beliebteste Auswanderziele auf den Rängen drei und vier. Allerdings scheint Halver dafür insbesondere für Kiersper interessant zu sein: 34 Menschen zogen im Jahr 2009 aus der Nachbarstadt hierhin. ▪ Frank Zacharias

Details der Statistik sind auch im Internet unter http://www.it.nrw.de/kommunalprofil abrufbar.

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