39-Jähriger sticht acht Mal in Arm, Schulter und Bauch

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HALVER/HAGEN - Sehr blutig endete am 4. September die Auseinandersetzung zwischen den Kontrahenten einer Schlägerei auf der Frankfurter Straße.  Seit Mittwoch muss sich der Messerstecher wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht des Landgerichts Hagen verantworten.

Von Thomas Krumm

Achtmal stach der 39-Jährige dabei dem 20-jährigen Opfer in den Arm, die Schulter und den Bauch, was tiefe Schnittverletzungen zur Folge hatte. Nur durch Zufall hatten die Wunden keine lebensgefährlichen Folgen.  Der Angeklagte habe „tödliche Verletzungen des Opfers billigend in Kauf genommen“, trug Staatsanwalt Bernd Maas vor. „Ich habe gedacht, der bringt mich um“, verteidigte sich der 39-Jährige mit einer angeblichen Notwehrsituation. Er habe nach dem Angriff des Opfers das Gefühl gehabt, unten liegend keine Luft mehr zu bekommen. „Ich habe das Messer rausgezogen und gestochen.“ Als erste Zeugin widersprach die Freundin des Opfers dieser Darstellung: Ihrer Erinnerung nach habe der Angeklagte das Messer noch im Stehen gezogen. Andere Zeugen behaupten – laut Aktenlage – beide Kontrahenten hätten zum Zeitpunkt des Griffs nach dem Messer am Boden gelegen – der Angeklagte auf dem Opfer. Ihr Freund habe keine Post vom Gericht bekommen, begründete die Zeugin das Fehlen des 20-Jährigen und erzählte die Vorgeschichte der Auseinandersetzung. Demnach begegnete sie dem Angeklagten in den späten Abendstunden des 4. September in der Nähe des Tatorts an der Nicolai-Kirche. Er habe sie angelächelt und auf Nachfrage gesagt: „Ich mag dich.“ Sie habe geantwortet: „Ich mag dich aber nicht“, worauf der Angeklagte ihr einen Tritt gegen das Schienbein gegeben haben soll. Daraufhin soll sich das spätere Opfer um Klärung der Angelegenheit bemüht haben. Wer dabei zuerst die Fäuste ausgepackt hatte, wollte die Zeugin nicht beobachtet haben. Der Angeklagte bestätigte die Vorgeschichte der Auseinandersetzung, bestritt jedoch den Tritt. Zudem habe ihm das spätere Opfer massiv gedroht: „Wenn du meine Freundin anfasst, bringe ich dich um!“ Dieser Satz sei erst gefallen, als das Opfer schon aus mehreren Wunden blutete, erinnerte sich jedoch ein weiterer Zeuge. Ein Polizist berichtete von der Festnahme des Täters, der unmittelbar nach der Tat von den Beamten aufgespürt wurde. Zu diesem Zeitpunkt habe der Angeklagte das Messer noch in der Hand gehabt und sei blutverschmiert gewesen. Als Grund für das Mitführen eines großen Messers nannte der Angeklagte den langen Heimweg zu seiner Unterkunft in Schwenke: „Manchmal laufe ich auf einem Waldweg nachts dorthin. Ich habe Angst vor Hunden.“ Das Opfer leide seit dem Vorfall unter Schmerzen, berichtete seine Freundin. Erst Ende November habe der 20-jährige Halveraner wieder arbeiten können: „Er hat gelitten – sein Charakter hat sich verändert.“ - Thomas Krumm

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