Mit diesen Tipps kann jeder einen Blühstreifen anlegen

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Bettina van Giesen ist überzeugt: Jeder kann einen Blühstreifen im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank anlegen.

Halver – Es müssen nicht 100 Quadratmeter sein. Schon fünf Quadratmeter helfen oder einige Blumenkübel, ist Bettina van Giesen überzeugt. Privat wie beruflich beschäftigt sich die Halveranerin mit Blühpflanzen und engagiert sich gegen das Insektensterben.

Was man tun kann und was zu beachten ist, hat sie für den Allgemeinen Anzeiger zusammengetragen: Jeder kann einen Blühstreifen im Garten und sogar auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett anlegen und so einen Beitrag zur Insektenerhaltung beitragen, findet sie.

Um einen Blühstreifen oder eine ganze Wiese anzulegen, sind zunächst vier zentrale Fragen zu klären:

  • Wie groß ist die ausgesuchte Fläche und liegt sie in der Sonne oder im Schatten?
  • Wie ist die Bodenbeschaffenheit, der vorhandene Bewuchs und wie hoch der pH-Wert?
  • Welche Blumen sollen und können auf der Fläche wachsen?
  • Welche Vorarbeiten dafür sind nötig und sinnvoll?
Die Halveranerin sammelt auch ihren eigenen Honig.

Die Fläche

Es gibt Blumenmischungen für Sonne, Schatten, feuchte oder trockene Standorte. Das Augenmerk sollte auf Saatgut liegen, das aus Europa kommt. Das ist nachhaltig. Nachhaltiges Saatgut sowie die Zusammensetzung der Mischungen haben ihren Preis. Das kann bei einer größeren Fläche auch schon mal 100 Euro kosten. Allerdings hängt das auch mit der Art der Pflanzen zusammen.

Daher sollte man sich gut im Fachhandel beraten lassen. Dort gibt es fachkundiges Personal, das auch weitergibt, mit welchen Arten die Mischungen zusammengesetzt sind. Das verhindert, dass inversive Arten, die heimische verdrängen würden, ungewollt eingeschleppt werden. Das Angebot ist riesig, und günstige Mischungen kommen nicht unbedingt aus Europa. Sehr wichtig für die Entscheidung der Zusammensetzung ist die Lage der Fläche. Liegt die ausgesuchte Stelle in der Sonne oder im Schatten oder nah am Bach? Oder liegt die Fläche gar an einem sonnigen Felsen?

Bodenbeschaffenheit

Am sinnvollsten ist es, den Boden der ausgesuchten Stelle untersuchen zu lassen. Fachmärkte bieten Untersuchungen von Bodenproben an. Dann weiß man, ob man lehmigen, sandigen oder humosen Boden hat und wie hoch der pH-Wert (sauer oder basisch) ist. Auch davon hängt die Zusammensetzung der Blumenmischung ab.

Die Auswahl

Blumenmischungen gibt es in vielen Zusammensetzungen. Es gibt Wildblumenmischungen, die vielen Insekten Nahrung und Brutgelegenheiten bieten. Oft sind diese Blumen mehrjährig. Es gibt Mischungen, wie sie die Halveraner Landwirte genutzt haben, aber auch Mischungen für den Blumenkasten und Blumentopf. Auch hier ist eine intensive Beratung angebracht.

Vorarbeiten

Ist Entscheidung für eine Mischung gefallen, wie sie die Landwirte hatten, dann muss der vorhandene Bewuchs komplett von der Fläche entfernt werden. Die Felder sind ja blank, wenn gesät wird. Dann wächst keine Konkurrenz über den Blumensamen und das Ergebnis ist besser. Die Blütenmischung ist einjährig, das heißt, dass jedes Jahr erneut gesät werden muss.

Sollte die Blütenmischung mehrjährig sein, ist es hilfreich, den Boden mit Sand abzumagern. Auch in diesem Fall sollte der Bewuchs entfernt werden, denn das Ergebnis ist schöner. Aber auch, wer sich nicht so viel Arbeit machen möchte, kann zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen. In diesem Fall wird der vorhandene Bewuchs untergefräst und die Fläche anschließend eingesät. Allerdings kann es sein, dass der untergefräste Bewuchs wieder aufwächst. In jedem Fall sollte im neuen Jahr nachgesät werden.

Abhängig von der Bodenzusammensetzung und vom Standort werden sich bei mehrjährigen Mischungen bestimmte Pflanzen durchsetzen. Die Artenvielfalt kann abnehmen. Wer das nicht möchte, sollte im nächsten Jahr nachsäen. Dann kann auch eine andere Mischung interessant sein. Außerdem darf man den Fremdeintrag von Gräsern und Kräutern nicht unterschätzen, sonst hat man schnell eine wilde Wiese, die allerdings auch sehr artenreich und interessant für Insekten sein kann.

Ergebnis

Egal, welcher Aufwand betrieben wird: In jedem Fall ist es spannend und wichtig, eine Blumenwiese anzulegen und so zur Erhaltung der Insektenvielfalt beizutragen. Es ist interessant, die vorhandenen Insektenarten zu zählen und zu bestimmen, um den Erfolg zu dokumentieren. Da viele Insekten in der Regel einen Aktionsradius von mehreren hundert Metern haben, ermöglichen viele kleinere Blühflächen als Blühinseln eine vernetzte Insektenwelt als Nahrungsquelle, Bruthabitat und Rückzugsraum.

Mit Geduld und etwas Durchhaltevermögen entsteht ein eigenes Biotop im eigenen Garten, auf dem Balkon, auf dem Fensterbrett und vor der Haustür...

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