Halveranerin (16) als Botschafterin für Deutschland in den USA

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Mit dem Austauschprogramm in die USA: Linda Seyfried dankte ihrer Patin Petra Crone für deren Unterstützung.

Lüdenscheid/Halver - Ein Jahr verbrachte Linda Seyfried aus Halver-Oberbrügge im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms in den Vereinigten Staaten. Am vergangenen Montag traf sie ihre Patin, die Bundestagsabgeordnete Petra Crone, um sich für die Unterstützung zu bedanken und von ihren Erlebnissen zu berichten.

„Es gibt so viel zu erzählen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, sagte die 16-Jährige. Drei Monate verbrachte sie bei einer Gastfamilie in South Carolina, den Rest der Zeit in Kansas. Auch als eine Art Botschafterin ihres Landes sollte sie dort fungieren. Sie ging normal zur Schule, lernte Freunde kennen, nahm am Leben der Amerikaner teil.

Von deren Mentalität war die Halveranerin sehr positiv überrascht: „Man ist dort viel freundlicher zueinander, hält jedem die Tür auf und im Supermarkt werden einem die Sachen sogar eingepackt.“ Wirklich tiefe Freundschaften seien aber selten.

In der Schule kam Linda recht gut mit, Sprachprobleme habe es kaum gegeben: „Nach einiger Zeit fängt man sogar an, auf Englisch zu denken.“ Nach dem Unterricht gab es Sportgruppen, Bands und andere Angebote. Alle Schüler seien sehr stolz auf ihre Schule gewesen – eine Erfahrung, die Linda von ihrer Schule in Deutschland nicht kennt. Bis zum Nachmittag war sie jeden Tag in der Schule, hinzu kamen die Hausaufgaben.

Vor allem mit ihrer zweiten Gastfamilie hat Linda viel erlebt: Einmal ging es auf eine Rundreise durch den Bundesstaat Illinois mit der Millionenstadt Chicago als Hauptziel. Außerdem besuchte Linda mit ihren Gasteltern das Tom-Sawyer-Haus und die Präsidentenbibliothek von Abraham Lincoln.

Auch die Organisation, die den Austausch organisiert, stellte verschiedene Ausflüge und Treffen auf die Beine, zum Beispiel in die Hauptstadt Washington. „Vom Weißen Haus war ich etwas enttäuscht, und am Kapitol wurde gerade gebaut.“ Trotzdem sei der Besuch eine schöne Erfahrung gewesen.

Petra Crone zeigte sich erfreut über die vielen positiven Erlebnisse: „Es zeigt, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.“ Die Abgeordneten bekommen eine Auswahl der Bewerber, treffen sich mit ihnen und wählen dann den aus ihrer Sicht Geeignetsten aus. Vor, während und auch nach dem Austausch wird Kontakt gehalten. Neben Schülern zwischen 15 und 17 Jahren können sich auch junge Berufstätige für das Parlamentarische Patenschafts-Programm bewerben, möglich ist das noch bis zum 11. September.

Petra Crone bewertet das Programm rundum positiv: „Es erweitert den Horizont ungemein“, ist sich die SPD-Politikerin sicher. Auch Linda Seyfried würde sich jederzeit wieder dafür entscheiden: „Man trifft viele Menschen und wird sehr viel selbstständiger. Ich kann jedem empfehlen, sich zu bewerben.“

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