UWG wehrt sich gegen Vorwürfe aus SPD-Lager

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Nahmen Stellung zur SPD-Kritik: Werner Lemmert und Dr. Sabine Wallmann von der UWG Halver.

Halver - Vor sechs Jahren machte sie sich noch für Michael Brosch als Bürgermeisterkandidat stark, jetzt setzt die UWG gemeinsam mit CDU, Grünen und FDP auf Markus Tempelmann als neues Oberhaupt für die Stadt Halver – und stellt sich klar gegen Martin Kastner (SPD), der die gemeinsame Benennung eines Kandidaten durch die vier politischen Lager kritisiert hatte.

In einer Pressemitteilung betonen Werner Lemmert und Dr. Sabine Wallmann, dass sie keinerlei parteipolitische Ränkespiele mitgehen wollen. Gemäß des Vermächtnisses von Günther Vahlefeld und Werner Turck, die nach dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“ agiert hätten, wolle auch die UWG Halver „ohne parteipolitische Scheuklappen die Probleme dieser Stadt und der Menschen analysieren, Lösungen entwickeln und diese unkompliziert, zügig und effektiv realisieren“. Gemeinsam mit Markus Tempelmann und den weiteren drei Parteien erhofft man sich, dieses Ziel zu erreichen. 

Warum aber Markus Tempelmann? „Die UWG erwartet, dass sich ein Stadtoberhaupt als persönliches Bindeglied zwischen der hauptamtlichen Verwaltung und der ehrenamtlichen Politik versteht“, sagten Lemmert und Wallmann. Er müsse Ideen und Vorschläge aller Bürger und Fraktionen aufnehmen und verarbeiten. 

„Das heißt Unabhängigkeit im Amt und eine offene, vertrauensvolle Kommunikation mit allen Fraktionen. Wir wünschen uns eine frühere Einbindung der Politik in die Entscheidungsprozesse. Wir wollen keine fertigen Projekte abnicken, sondern sie gemeinsam entwickeln. Und dies auch durchaus in einer konstruktiv kritischen Diskussion. Das konnten wir leider in der letzten Zeit nicht mehr erkennen“, betonen die Unabhängigen. 

UWG: Wechsel von Brosch zu Tempelmann "konsequent"

Der Wechsel der Unterstützung im Bürgermeisterwahlkampf von Michael Brosch hin zu Markus Tempelmann sei nur „eine logische Konsequenz aufgrund unserer Erfahrungen“. Zum einen könne Halver nicht auf die Kompetenz Markus Tempelmanns verzichten, zum anderen erhoffe man sich von ihm weiterhin Aufgeschlossenheit.

 „Dabei waren wir weiß Gott nicht immer einer Meinung in den vergangenen Jahren und werden das wahrscheinlich auch in Zukunft nicht sein. Aber im Dialog ist es uns gelungen, an den Projekten gemeinsam weiterzuarbeiten.“ Gute Beispiele seien das Rathausumfeld mit Spielplatz und „Kindervilla“, das Konzept des Kreativquartiers oder auch die Sanierung der Wirtschaftswege. 

Hart ins Gericht gehen Lemmert und Wallmann mit Martin Kastner, der der UWG im AA-Interview vorwarf, sich 2014 mehr Einflussnahme auf einen Bürgermeister Michael Brosch erhofft zu haben. „Das klingt nach manipulieren und lenken. Nein – wir wollen partnerschaftlich und auf Augenhöhe mitgestalten und Verantwortung tragen“, betonen die UWG-Akteure. 

"Zusammenarbeit kein ,Closed Shop`"

Und dass sich die drei Parteien und die Wählergemeinschaft zusammentun, könne nicht als „Einheitsbrei“, wie Kastner es nennt, bezeichnet werden. „Diese interfraktionelle Zusammenarbeit war kein ,Closed Shop‘. Ziel war immer, konkrete Projekte bis zur Realisierung zu entwickeln – konstruktiv, mit viel Arbeit im Detail, aber auch mit vielen Kompromissen.“ 

Diese klassische Projektarbeit habe mit einigen Personen hervorragend funktioniert und mit anderen nicht. „Und wenn wir dann konkrete Fachexpertise brauchten, haben wir die vom Kämmerer bekommen.“ 

Neben Projekten sei aber auch viel Detailarbeit in den Ausschüssen und im Rat gefragt, für die die Unabhängigen viel Wissen bereitstellen würden. „Kostengünstiger kann sich ein Rathaus ,externe‘ Kompetenz nicht einkaufen“, schalten Lemmert und Wallmann auch für ihre Ratsfraktion bereits in den Kommunalwahlkampf. 

Dabei setze man aber weiterhin auch auf die enge Zusammenarbeit mit anderen Parteien, um Projekte durchsetzen zu können. Die Unabhängigen verweisen in diesem Zusammenhang auf die Idee, das Bürgerzentrum in den Kulturbahnhof zu integrieren. „Das hat uns gezeigt, dass man sich früh genug mit anderen abstimmen muss, um eine Idee zu verwirklichen. Und alle haben gemerkt, dass es viel produktiver ist, die Parteifarben außen vor zu lassen.“ Diesen Pfad wolle die UWG weiter verfolgen, um auch mutige Ideen nach vorne zu bringen.

Eventhalle & Co. "keine Fantasieblasen"

Zukunftsgestaltung bedeute, innovativ zu denken und neue Wege zu gehen. So seien Projekte wie das Kreativzentrum und die Eventhalle keine Fantasieblasen. Eine Heimat für Gründer verbunden mit einem Netzwerk etablierter Unternehmen der Region, für die ein konkretes Konzept bereits vorliege, bedeuteten Zukunftssicherung. „Und die Eventhalle – da müssen wir halt alle gemeinsam die Möglichkeiten und Chancen für unsere Region prüfen und dann entscheiden.“

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