Aug´ in Aug´ mit der Kraft der Volme

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Steigt die Volme über die Ufer, ist die Siedlung Loewen in Oberbrügge mit als erstes betroffen. ▪

OBERBRÜGGE ▪ Nein, für überflutete Gehwege reicht der Pegelstand der Volme derzeit noch nicht aus. Und doch sorgen die Wassermassen im Flussbett dafür, dass Passanten auf einer der Brücken in Oberbrügge stehen bleiben, um sich das Schauspiel in Ruhe anzusehen.

Die Niederschläge der vergangenen Tage sind eben auch am größten heimischen Gewässer nicht vorübergegangen. Doch selbst wenn die Volme über die Ufer treten würde: Die Feuerwehr ist gerüstet, wie Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski im AA-Gespräch erklärt. „Spätestens seit dem Hochwasser vor zwei Jahren sind wir besonders gut vorbereitet“, sagt Czarkowski und erinnert an die Wassermassen, die im November 2010 die Siedlung Loewen bedrohten. Bis zu 150 Einsatzkräfte von Wehr, Technischem Hilfswerk und Deutschem Roten Kreuz waren damals im Einsatz – ein Krisenstab war im Einsatz, stadtweit wurde Vollalarm ausgelöst. Damals das größte Problem: das Befüllen der knapp 3500 Sandsäcke. „Das war problematisch, so dass wir jetzt immer eine gewisse Zahl an bereits befüllten Sandsäcken auf Paletten vorrätig haben“, so Czarkowski. Mehrere hundert stünden derzeit umgehend zur Verfügung. „Für den ersten Einsatz reicht das vielleicht, aber auf die Länge der Ufer müssten wir natürlich noch Sandsäcke nachfüllen“, erklärt der Stadtbrandinspektor. Genügend leere Hüllen sind natürlich vorhanden – und die Rufnummern heimischer Baustoffhändler stets griffbereit, um kurzfristig auf große Sandmengen zugreifen zu können.

Allerdings zeichnet sich ein neuerliches Hochwasser wie im November vor zwei Jahren derzeit nicht ab. Auf der Pegelstand-Informationsseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz lag der Volme-Pegel am Donnerstagmittag an der Messstelle in Kierspe bei gerade einmal 60 Zentimetern – damit allerdings immerhin bereits 41 Zentimeter über dem so genannten Mittelwasserstand. „Mittleres Hochwasser“ meldete die Messstelle vor Kurzem jedoch auch: am Abend des 23. Dezember, als der Volme-Pegel bei 93 Zentimetern stand. An diesem Tag schlug entsprechend auch die Pegelkurve volmeabwärts an der Messstelle in Hagen-Eckesey aus: auf 2,30 Meter, wo sonst gerade einmal 90 Zentimeter normal sind. Am Donnerstagmittag zeigte die Skala in Eckesey mit 1,92 Meter immer noch einen Wert an, der für Hagen oberhalb der so genannten Informationsstufe liegt.

„Aktuell sieht es für uns nicht so aus, als würde es in den kommenden Tagen dramatisch werden“, sagt Stefan Czarkowski, der insbesondere die Bereiche Siedlung Loewen und Ohler Weg in Oberbrügge in Sachen Hochwasser im Blick hat. Die Ennepe sorge hingegen selbst bei Hochwasser für weniger Einsätze, da entlang ihrer Ufer nur wenige Häuser stehen. „Wenn wir dorthin gerufen werden, dann vor allem zu überfluteten Straßen oder Brücken.“ Bei Hagen-Haspe, der einzigen Messstelle der Ennepe, lag der Pegel gestern Mittag bei 1,03 Meter.

Werte, die für die Halveraner Einsatzkräfte jedoch kaum eine Bedeutung haben, um im Vorfeld aktiv zu werden, wie Czarkowski erklärt. „Die Informationen kommen frühzeitig von den Talsperren-Betreibern: Etwa, wenn sie Wasser ablassen müssen.“ Dann würde zunächst die Kreisleitstelle und in der Folge die Wehr vor Ort informiert. Weitere Treffen mit Einsatzführern, dem Ordnungsamt sowie Vertretern von DRK und THW sind im Normalfall dann die Folge. Aber so weit soll es zumindest „zwischen den Jahren“ 2012 und 2013 nicht kommen. ▪ Frank Zacharias

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