Halveraner wegen Unfallflucht vor Gericht

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Symbolbild

Halver - Es war der Klassiker unter der Überschrift „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“: Ein Knall, zwei Autos in verdächtiger Position, ein notiertes Kennzeichen.

Zum Problem nach diesem Vorkommnis auf einem Parkplatz an der Karlstraße in Lüdenscheid wurde die Untätigkeit des Mannes im Kassenhäuschen: „Der Chef hatte untersagt, sich um Unfälle auf dem Parkplatz zu kümmern“, erklärte er im Amtsgericht Lüdenscheid, wo sich ein 44-Jähriger aus Halver wegen der angeblichen Unfallflucht verantworten musste. 

Denn immerhin hatte der Parkgebühren-Kassierer nach einem mäßig lauten Knall einen Blick aus dem Fenster geworfen, zwei Männer neben einem Renault Twingo gesehen und dessen Kennzeichen notiert. Ein paar Minuten hatten die Männer noch an der Straße gewartet – dann waren sie abgefahren. Zurück blieb ein Schaden von - geschätzten - gut 1000 Euro an einem Skoda Fabia. 

Beule bei Rückkehr „Als wir wiederkamen, war eine Beule drin“, erinnerte sich der 69-jährige Fahrer dieses Wagens, der gerade noch in anderer Weise gequält worden war: Viereinhalb Stunden habe er bei einem Arzt gewartet, um eine Verschreibung zu bekommen. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf: „So ein Zusammenstoß hat auf keinen Fall stattgefunden“, versicherte er. „Warum sollte ich wegfahren? Ich habe doch eine Versicherung.“ 

An seine Erscheinung erinnerte sich der Mann aus dem Kassenhäuschen wiederum gar nicht: Die beiden Männer hätten anders ausgesehen, wunderte er sich über den Angeklagten. Allerdings hatte der Zeuge sein Kassenhäuschen eben gar nicht verlassen. Kind taugt nicht als Zeuge Vor Gericht fehlte jener Zeuge, der mit dem Angeklagten an jenem 8. August im Twingo gesessen haben soll. Anwesend war der neunjährige Sohn des 44-Jährigen, der auf der Rückbank gesessen hatte. 

Seine mögliche Vernehmung bereitete angesichts der zu erwartenden Loyalität gegenüber seinem Vater allerdings einige Bauchschmerzen. Zur weiteren Klärung soll nun ein Kfz-Gutachter dazu Stellung nehmen, ob ein Zusammenstoß zwischen dem Heck eines Twingo und dem Skoda überhaupt ein solches Schadensbild verursachen kann. 

Dass die Polizeibeamten an dem Twingo keinerlei Beschädigung feststellen konnten, schließt nicht aus, dass der Wagen die faustgroße Beule hinterlassen hat.

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