Freund der Stadt Halver und ihrer Menschen

Unternehmer und Mäzen Werner Turck ist gestorben

Werner Turck ist am Samstag im Alter von 82 Jahren gestorben.

Halver - Der Halveraner Unternehmer und Mäzen Werner Turck ist am Samstag im Alter von 82 Jahren gestorben.

„Der liebe Gott hat uns eine Menge Eigenschaften mitgegeben, nichts Überragendes von einer Sorte, aber genug von allem.“ Eine feinsinnige Bemerkung voller Bescheidenheit und Demut. Gesprochen wurde sie von Werner Turck, einem Mann, in dessen Lebensfüllhorn Talente im Übermaß verborgen waren. Doch er wusste auch immer, dass der Himmel - eigenwillig und rätselhaft wie er ist - ihn in die Verantwortung nehmen wird und erwartet, dass er mit seinen Gaben wuchert.

Geboren wurde Werner Turck am 15. August 1932 in Schlehen/Posen (Tornowo) und wuchs als zweitjüngstes von acht Kindern auf einem Bauernhof auf. Die aus Halver stammenden Großeltern hatten sich in der preußischen Ostprovinz Posen auf Wunsch der Regierung angesiedelt. Das dörfliche Leben, für Werner Turck geprägt von der im christlichen Glauben verwurzelten Mutter, fand 1945 für den damals Zwölfjährigen mit der Flucht nach Westfalen - Heimat der früheren Generationen - ein jähes Ende.

Werner Turck studierte Elektrotechnik in Wuppertal und an der renommierten RWTH Aachen. Nach zwei Jahren bei der BBC in Mannheim zeigte die Firma Lumberg KG in Schalksmühle Interesse an dem jungen Elektro-Ingenieur, wo er bis 1980 als allein vertretungsberechtigter Geschäftsführer wirkte. Tatkräftig an seiner Seite Ehefrau Inge, die „duldete“ und aktiv dabei war, als Werner Turck 1965 ein eigenes Unternehmen gründete und die ersten Sensoren im Wohnzimmer entstanden. Turcks Erfinderqualitäten, sein besonderer „Riecher“ für aktuelle Produkte, sein Instinkt für neue Lösungswege und Absatzchancen sind eine für viele Menschen glückliche Verbindung mit einem gemeinschaftlich denkenden, sozial agierenden und lebensfrohen Unternehmertum eingegangen. 3700 Beschäftigte weltweit, davon rund 1300 an deutschen Standorten, sind heute für die Turck-Unternehmensgruppe aktiv. Obwohl es Produktions- und Vertriebsaktivitäten von Italien bis Ungarn, von Russland bis Polen, von Mexiko bis China oder Brasilien gibt, blieb Turck in all den Jahren ein Verfechter des Standorts Deutschland: „Das hat einen ganz einfachen Grund. Wir leben von Innovationen, von hochtechnologischen Produkten, die in unseren Stammhäusern in Deutschland entwickelt werden“, so sein Credo.

Wenn das alles wäre, so wäre dies bereits ein pralles Leben. Doch die Verantwortung für die Gemeinschaft, die die Mutter in Schlehen so eindrucksvoll vorgelebt hatte, hat auch Werner Turck begleitet. So war er Vorsitzender der UWG und für sie von 1979 bis 2005 Mitglied des Rates der Stadt Halver. Er gehörte von 1969 bis 2005 dem Verwaltungsrat der Sparkasse an und sorgte als Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle mit für den Bau von mehr als 120 Wohneinheiten für ältere Menschen in Halver. Er war Mitglied der SIHK-Vollversammlung. gründete das Schmalenbach-Unternehmerforum, war schulformübergreifend für die Nachwuchsförderung im eigenen Betrieb aktiv. Er leitete 35 Jahre den Chor der Freien evangelischen Gemeinde und rief gemeinsam mit seiner Frau die „Inge und Werner Turck Stiftung“ ins Leben, als deren Zweck die Förderung des Heimatgedankens gilt.

Für all dies gab es Ende vergangenen Jahres das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Eine hohe Auszeichnung, die sogar den eher bescheidenen Werner Turck stolz machte.

Für die Stadt Halver war der Verstorbene ein Glücksfall. Die Sportler und die Musikvereine, sozial engagierte Gruppen, die Stadt Halver selbst oder der Heimatverein wissen davon ein Loblied zu singen. Für den Wohlklang in Turcks eigenem Leben stand zeitlebens die Musik in all ihrer klassischen Vielfalt. Im Geschichtsbuch der Stadt Halver wird das Leben und Wirken des Verstorbenen in goldenen Buchstaben verewigt sein. - Von Christa Knitter

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