Halveraner legt sich mit Politesse an

60 Tagessätze nach deftiger Beleidigung

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Einen Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 15 Euro erhielt am Freitag ein 35-jähriger Halveraner, der eine Politesse derbe beleidigt hatte.

Halver - Offenbar wenig Lust, weiter gegen einen richterlichen Strafbefehl des Amtsgerichts Lüdenscheid zu kämpfen, verspürte ein 35-jähriger Halveraner, der seinem für Freitag angesetzten Strafverfahren fernblieb.

Nachdem er zunächst noch Widerspruch gegen den Beschluss eingelegt hatte, wird dieser nun aufgrund seiner Abwesenheit wohl rechtskräftig.

900 Euro und die Kosten von zwei Verhandlungsterminen im Amtsgericht Lüdenscheid kostet den 35-Jährigen ein Auftritt in der Lüdenscheider Oberstadt. Dort hatten ihn am 20. Februar zwei Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes gebeten, sein Auto, das im verkehrsberuhigten Bereich Hochstraße/Grabenstraße abgestellt war, anderswo zu parken. Eine von ihnen sagte bei einem ersten Anlauf zur gerichtlichen Klärung der Angelegenheit, dass sie ihm sogar Alternativen vorgeschlagen habe. Am Ende einer entnervenden Diskussion bekam sie dann zu hören, was letztlich zur Anzeige wegen Beleidigung führte: Der Autofahrer soll ihr eher unkonventionelle, aber durchaus verbreitete sexuelle Handlungen vorgeschlagen haben und diese Idee mit einem umfassenden Optimismus garniert haben: „Dann ist die Welt auch wieder schön.“ Dann habe er sich entfernt, während zwei Begleiter des Mannes sich „1000 Mal für ihn entschuldigt“ hätten, erinnerte sich die Zeugin. Von ihnen erfuhr sie den Namen des Mannes.

Der Angeklagte bestritt in einer ersten Verhandlung am 22. September den Vorwurf mit viel Schwung: „Ich war das nicht. Ich war an dem Tag auch nicht da.“ Einen alternativen Aufenthaltsort konnte er jedoch auch nicht nennen. Aber er schlug mögliche andere Täter vor: Zwei Brüder, die genauso aussähen wie er. Die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ließ sich davon nur wenig beirren – ohne konkrete Gesichter vor Augen zu haben, konnte sie aber natürlich nicht ganz ausschließen, dass jemand dem Angeklagten zum Verwechseln ähnlich sieht. Und so setzte Richter Thomas Kabus das Verfahren aus, um weitere Zeugen zu laden, die am Freitag aber vergeblich ins Amtsgericht kamen.

Mit einem Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 15 Euro schloss sich am Freitag schließlich die Akte.

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