Halveraner stürmen Meldeamt wegen Kinderreisepässen

Stadtverwaltungsmitarbeiterin Brigitte Peil beim Ausstellen eines Kinderreisepasses. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Am Flughafenschalter ist es das Horrorszenario für Eltern mit Kindern: Das wichtige Dokument, ohne das ein Einchecken nicht möglich ist, liegt daheim auf dem Küchentisch. Das mag das Flugticket sein – oder ein Ausweis. Den brauchen seit 26. Juni auch die mitreisenden Kinder. Eintragungen im Reisepass der Eltern sind nicht mehr gültig.

Eine gesetzliche Neuerung, die auch viele Halveraner aufgeschreckt hat, wie Brigitte Peil vom Einwohnermeldeamt der Stadt auf AA-Anfrage sagt. „Hier war schon einiges los“, erinnert sich die Verwaltungsmitarbeiterin an die vergangenen Tage. Erst kurz vor Beginn der Sommerferien rückte das Thema „Ausweis“ für manche Familien in den Fokus. Dass einige Eltern da nervös werden, verwundert kaum.

Und doch haben es Brigitte Peil und ihre Kolleginnen bislang noch immer geschafft, den lang ersehnten Urlaub möglich zu machen. Sogar dann, wenn die Reise bereits am nächsten Tag stattfinden sollte. „Am letzten Donnerstag kamen gleich vier Familien, die am Freitag verreisen wollten“, so Peil. Auch die konnten dank der vor Ort erstellten Ausweise in die schönsten Wochen des Jahres starten. Denn: Nicht alles muss in Berlin gedruckt werden. Vorläufige Personalausweise sowie Kinderreisepässe werden im Halveraner Rathaus angefertigt – zum Glück für die eiligen „Kunden“. Und die werden sogar am eingangs erwähnten Flugschalter noch versorgt. Per Fax ermächtigt die Stadt in solchen Fällen die Passstelle am Flughafen, einen Ausweis auszustellen. „Auch das kommt vor – aber sehr selten“, sagt Brigitte Peil.

Allen, die sich rechtzeitig um einen Pass für ihre Kinder bemühen, empfiehlt sie die Beantragung eines Kinderreisepasses. Der kostet keine 22,80 Euro wie ein Personalausweis, sondern nur 13 Euro und kann bis zum zwölften Lebensjahr zum Preis von jeweils sechs Euro verlängert werden. Wichtig: Das Ausweisfoto sollte noch Ähnlichkeit mit dem Kind aufweisen. Bei zu alten Aufnahmen könne der Pass ungültig erklärt werden, warnt etwa das Portal kidsaway.de.

Doch es waren in den vergangenen Tagen nicht nur Eltern mit Kindern, die kurz vor der Abreise Dokumente beantragten – „jedes Jahr kommen viele auf den letzten Drücker“, weiß Brigitte Peil aus Erfahrung. Und so war es auch in diesem Jahr. Aber wer Ende der Ferien verreisen will, hat vermutlich noch Glück: Die Lieferzeit der Pässe und Ausweise belaufe sich auf zweieinhalb bis drei Wochen. ▪ Frank Zacharias

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