Neue Probleme für den Werkhof

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Halver - Über die Zukunft des Werkhofs Halver stehen in den kommenden Tagen die entscheidenden Gespräche an – und zwar unabhängig von den Standortplanungen des Discounters Lidl, den es bekanntlich auf dieses innerstädtische Gelände zieht.

Bereits seit März vergangenen ist die Förderung der sogenannten AGH-Maßnahmen durch die Arbeitsagentur ausgelaufen. Mit diesen Arbeitsgelegenheiten sollten Arbeitslose in Hartz IV wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Zudem förderte die Arbeitsagentur damit quer auch Kosten für die Anleiter aus dem Werkhof-Team. 

Arbeit und Qualifizierung 

Das Auslaufen dieser Hilfe glich das Sozialkaufhaus aus und bot Arbeitsgelegenheiten und Integrationsförderung für Flüchtlinge. An dieser Stelle sprang die Stadt Halver ein und vermittelte die Flüchtlingsmaßnahme. Doch auch das soll künftig nicht mehr möglich sein. Im Ergebnis kommt der Werkhof als gemeinnützige GmbH (gGmbH) damit in eine wirtschaftliche Schieflage, aus der ein Ausweg gefunden werden müsse, wie Sven Keller, Leiter des in Halver seit mehr als zehn Jahren etablierten Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekts, auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers bestätigt. Die Mitarbeiter seien über die Lage in der vergangenen Woche informiert worden. „Die Stimmung ist nicht auf dem Höchststand“, sagt Keller im Gespräch. 

Gefährdet sei ein Projekt, vom dem in dieser Zeit nicht nur die Beschäftigten, sondern am Ende auch die Arbeitsverwaltung in den Städten des Volmetals profitiert hätten. Die Rückmeldungen seitens der Sachbearbeiter sei positiv, was die AGH-Maßnahmen angehe. „Da haben wir keinen schlechten Job gemacht“, stellt Keller im Rückblick fest. Und bemerkenswert sei, dass die Agentur in Hagen und sogar im Nordkreis weiter fördere, im Volmebereich aber eben nicht. 

Findet sich in den kommenden Gesprächen keine tragfähige Lösung, ist nicht nur das Sozialkaufhaus als Halveraner Institution gefährdet, sondern auch eine Vielzahl von Jobs. Neben fünf Ehrenamtlichen, Ehemalige aus AGH-Maßnahmen, und vier Beschäftigten auf 450-Euro Basis geht es um sieben Festangestellte. Auch von ihnen sind einige über die Qualifizierungsmaßnahme in den Job gekommen. 

28 Beschäftigte betroffen 

Am härtesten dürfte es aber zwölf Kolleginnen und Kollegen treffen, die über eine sogenannte FAV-Maßnahme finanziert werden. Diese Förderung von Arbeitsverhältnissen soll die Betroffenen ebenfalls an den normalen Arbeitsmarkt heranführen und Vermittlungshemmnisse mindern oder ganz beseitigen. Das geschieht über langfristige Maßnahmen, „und das wird nicht ohne Grund passiert sein“, sagt Keller.

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