Mofas frisiert: 1200 Euro Strafe

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Politisch motivierte Kriminalität

Halver/Lüdenscheid - Obwohl er lediglich im Besitz einer Mofaprüfbescheinigung war, die ihn berechtigt, Zweiräder bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern zu führen, manipulierte ein 24-jähriger Mann aus Halver mit Spezialwerkzeug die Variomatik zweier Fahrzeuge.

Dadurch schafften es die Zweiräder, deutlich schneller als 25 Kilometer pro Stunde zu fahren. 

Gleich zwei Mal fiel der Halveraner, der sich am Mittwoch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis im Amtsgericht Lüdenscheid verantworten musste, mit den Flitzern auf. Am 30. November vergangenen Jahres befuhr er die Volmestraße in Lüdenscheid. Dort kam es zu einem leichten Verkehrsunfall. Die dazu gerufenen Polizisten bemerkten die Manipulation der Maschine sofort. 

Doch davon ließ sich der 24-Jährige nicht von einer weiteren verbotenen Fahrt abhalten – dieses Mal am 17. Januar in Halver. Dort geriet er zufällig in eine allgemeine Verkehrskontrolle. Im Gericht wollte sich der Angeklagte zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. 

Nachdem der Richter ihn daran erinnerte, dass er noch eine offene Bewährungsstrafe von zehn Monaten Haft wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor der Brust hat, änderte der Halveraner seine Meinung. Ja, die Drosselungen seien inaktiv gewesen. Er habe die Räder manipuliert, weil er Angst habe, sich mit einem langsamen Gefährt auf Landstraßen zu bewegen. 

Das sei durchaus nachvollziehbar, so der Richter. Trotzdem hätte der Angeklagte die Maschinen nicht verändern dürfen. Er habe die Drosselung inzwischen wieder aktiviert, gab der vierfach vorbestrafte Halveraner an. In der Vergangenheit war er wegen Diebstahls und Vortäuschens einer Straftat aufgefallen. 

Der Bewährungshelfer erläuterte, dass der Angeklagte ein Suchtproblem und eine Lernbehinderung habe. Das ihm zustehende letzte Wort nutzte der 24-Jährige, um sich beim Richter zu entschuldigen: „Es tut mir Leid, dass ich Ihnen heute Unannehmlichkeiten bereitet habe.“ 

1200 Euro Geldstrafe lautete schließlich das Urteil. Damit war der Angeklagte einverstanden, weshalb er das Urteil sofort rechtskräftig werden ließ. 

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