Realschüler leisten freiwillig eine Nachtschicht

Noah Holthaus (15) arbeitet an einer Programmierung und testet, ob es funktioniert. - Fotos: Weber

Halver - Ein kleiner Lego-Roboter düst durchs Klassenzimmer. Er fährt im Quadrat und bleibt dann brav stehen. Das haben ihm die Informatikschüler befohlen – und er gehorcht. Es ist zehn Uhr in der Realschule. Freitagabend.

Von Lisa-Marie Weber

Aber die Zehntklässler haben gerade erst angefangen und die ganze Nacht liegt noch vor ihnen. Das war ihre eigene Idee. Lehrer Joachim Enk war direkt überzeugt und richtete ein Nachtlager für die Informatikschüler ein.

Dieses Bild bot sich am Freitagabend in der Realschule. Elf Zehntklässler blieben eine Nacht dort, um an einem ganz besonderen Projekt zu arbeiten. Ein Projekt, das ihnen im Unterricht so viel Spaß machte, dass sie mehr davon wollten. Es handelt sich um „Lego-Mindstorms“. Also um Konstruktionen aus Lego, die sich programmieren lassen und somit dank Elektromotoren, Sensoren und weiteren Bauteilen schließlich bewegen können (wir berichteten). Und da zeigten sich die Realschüler kreativ: Velican Cakmak (16) und sein Freund Jacques Mikolai (15) arbeiteten zu zweit an einem Elefanten. Dafür kämpften sie sich durch eine 251-seitige Anleitung und verbauten mehr als 1000 kleine Teile. Am Ende sollte der Kunststoff-Dickhäuter laufen und den Rüssel schwingen können. Doch bis er das im Morgengrauen konnte, war hohe Konzentration gefragt.

Wie hält man sich da wach? „Naja, wir trinken ziemlich viele Energy-Drinks“, verrieten die Freunde. Außerdem mache das Programmieren so viel Spaß, das man einfach weitermachen wolle. Noch am Morgen zuvor hatten sie zum gleichen Thema ihre Kursarbeit geschrieben und Programme für den kleinen Roboter schreiben müssen, der nun im Quadrat fahren konnte.

Dieses nächtliche Spektakel ließ sich auch Schulleiter Friedhelm Schröder nicht entgehen und unterstütze seinen Kollegen Joachim Enk. Er war begeistert, dass sich Schüler über den Stundenplan hinaus mit Unterrichtsthemen befassen. „Das muss man einfach unterstützen und fördern.“

Den Informatikschülern stand das gesamte technische Equipment zur Verfügung und Enk beratend zur Seite. Erst nach den Sommerferien hatte die Realschule „Lego-Mindstorms“ in den Lehrplan integriert. Und damit ganz offensichtlich das Interesse der Schüler wecken können. Diese Produktreihe sei Technik vom Feinsten und das Programmieren recht komplex. Dass sich die jungen Informatiker damit nun auskennen, sei für die berufliche Zukunft nur von Vorteil, machte Joachim Enk deutlich.

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